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Gerade einmal seit einem Jahr sind wir als Konsumenten und damit Laien in der Baubranche unterwegs und haben doch schon einiges gelernt. Am meisten lernt man natürlich aus Fehlern und damit diese nicht anderen unterlaufen, teilen wir hier unsere Erkenntnisse und gelernte Lektionen,  samt realen Werten zu Baukosten und Baunebenkosten.

Diesen Beitrag werde ich kontinuierlich weiterführen, so dass neueste Erkenntnisse direkt hier einfließen.

Zusammenfassung der Baunebenkosten

Nur bisher abgeschlossene Punkte (Stand: August 2017) Details zu den einzelnen Punkten folgen im weiteren Text.

Baunebenkosten

PositionKosten geplantKosten bisherKosten finalDifferenz
Baugrundgutachten650€650€650€0€
Versicherungen500€605€605€105€
Vermessung2.000€2.404€2.404€404€
Baugenehmigung1.000€1.162€1.162€162€
Bauwasser500€0€offenoffen
Baustrom500€196€offenoffen
Baustraße und Kranstellplatz700€850€850€150€
Erdarbeiten (10 cm Oberboden vom Grundstück abziehen und entsorgen) 2.500€2.667€2.667€167€
Prüfstatik2.000€0€0€-2.000€
Summe7.150€3.620€offen-1.416€

 

Ungeplante Mehrkosten

PositionKosten geplantKosten tatsächlichDifferenz
Mehrgründung (Bodenplatte)3.000€8.580€5.580€
Nothandkurbeln0€630€630€
Schneefanggitter0€195€195€
Trittstufen/ Trittroste0€300€300€
Kaminofen3.000€4.400€1.400€
Summe6.000€14.105€8.105€

 

 

Details zu den Baunebenkosten

Hier nun Details zu unseren Erfahrungen und Erkenntnissen.

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Bauwasser

Wie in meinem Beitrag: Bauwasser, es geht auch günstiger beschrieben, teilen wir uns das Bauwasser mit unseren Nachbarn. In den Baukostenaufstellungen der verschiedenen Hausanbieter wurden die Kosten für das Bauwassser zusammen mit Bauzaun, Baustraße und Baustrom mit in der Regel ca. 1.000€ angegeben. Eine Zahl, die wir für alle Punkte zusammen schon damals als zu niedrig ansahen, womit wir auch Recht behalten sollten.

Dass aufgrund einer zu geringen Anzahl Hydranten im Rousseau Park gleich mit rund 900€ für die Herstellung des Anschlusses zu rechnen wäre, hätten wir allerdings nicht erwartet.

Dadurch, dass wir uns den Anschluss zu dritt teilen, kommen nun glücklicherweise nur rund 300€ plus Verbrauch auf uns zu.

Kosten angenommen: 500€
Kosten eigentlich: 900€ + Verbrauch
Kosten tatsächlich: 300€ + Verbrauch (steht noch nicht fest)

 

Bodengutachten / Baugrundgutachten

Bodenschichtung

Hier sieht man die vorgefundenen Bodenschichten, ihre Schichtdicke und Eigenschaften.

Ohne Bodengutachten sollte man auf keinen Fall bauen!

Die Kosten halten sich, verglichen mit den anderen Kosten beim Bauen, eher in Grenzen. Auf jeden Fall sind sie um Größenordnungen kleiner als alles andere, was man dann nachträglich machen müsste, um den Bau zu retten, wenn der Untergrund nicht so mitspielt wie man hoffte.

Kosten: 600 – 800€

 

Vermessung

Ohne Vermessung geht nichts vor, bei und nach dem Bau. Für uns liefen/laufen folgende Kosten auf:

PositionKosten
Erstellung des amtlichen Lageplans zum Bauantrag833€
Projektteintrag
(Gebäude und befestigte Flächen)
370€
Feinabsteckung451€
Fortführung des Liegenschaftskatasters750€
Summe2.404€

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Erdarbeiten

Wir haben uns entschlossen vom gesamten Grundstück 10cm Oberboden inkl. Vegetation abziehen und entsorgen zu lassen. Damit sind dann unsere Disteln hoffentlich auch nachhaltig Geschichte.

Der Aushub aus der Baugrube verbleibt auf dem Grundstück und soll später zum Ausgleich des Grundstücks an die erhöhte Position des Hauses und für den Garten herangezogen werden.

Unsere Kosten: 2.667€

 

Versicherungen

Vor, während und nach dem Bau benötigt man einige Versicherungen. Hiervon sind zwei Versicherungen in aller Regel durch die Bauherrschaft zu tragen. Dabei handelt es sich um Bauherrenhaftpflicht und Feuerrohbauversicherung. Je nach Bauleistungsbeschreibung des Partners, mit dem man baut, kann auch noch die Bauleistungsversicherung auf einen zukommen.

Während man Bauherrenhaftpflicht und Bauleistungsversicherung mit je einem  Einmalbeitrag für 2 bis 3 Jahre abschließt, wandelt sich die Feuerrohbauversicherung in die Wohngebäudeversicherung. Diesen Beitrag, der in der Regel mit dem Alter des Hauses steigt, trägt man dauerhaft, jedoch meist erst nach Fertigstellung des Hauses.

Da es in diesem Beitrag um Baunebenkosten geht, zählt der Beitrag für die Wohngebäudeversicherung also nicht.

VersicherungLaufzeitKosten
Bauherrenhaftpflicht2 - 3 Jahre122€
Bauleistung2 - 3 Jahre483€
Feuerrohbau
(beitragsfrei in Wohngebäudeversicherung)
2 - 3 Jahre0€
Summeca. 605€

13 Antworten

  1. Inga Wagner sagt:

    Oh ja das kennen wir auch nur zu gut.

    LG, Inga

  2. Wir würden aktuell annehmen, dass wir bereits in unserem ersten Gespräch bei Roth recht vieel Details genannt haben. Vor Vertragsabschluss würden uns noch weitere einfallen. Jetzt interessiert mich aber, was bei euch denn noch so dazu kam? Was waren denn Punkte, die euch im Vorhinein nicht klar waren und zu diesen Mehrkosten geführt haben?
    An vielen Stellen z.B. Steckdosen, sagte der Vertrieb uns, dass wir das dann mit dem Gewerk klären sollen. Verstehe ich so, dass es im offiziellen Vertrag nicht drin steht.

    • John sagt:

      Dreh- und Angelpunkt ist immer die Bauleistungsbeschreibung. Der Umfang dessen, was dort drin steht unterscheidet sich zwischen den einzelnen Anbietern teils massiv. Beispiel Fliesen. T&C hat 15€ pro qm, Roth 30€. Größere Formate sind aber aufwendiger zu verlegen. Das kostet zusätzlich. Und das bei allen! Wer will schon 15×15 Fliesen?
      Natürlich sind auch bei Bau-GmbH Roth Elektroarbeiten enthalten. Davon noch nicht einmal so knapp. Selbst Koax und Netzwerk, aber dann eben dann meist doch nicht ausreichend oder genau so, wie man es haben will. Es sei denn man ist sehr genügsam. Das ist bei anderen Anbietern nicht anders. Details, wie die Elektroanlage oder Trockenbauwünsche mit der Vertriebspersonal durchzuarbeiten ist wenig zielführend, da man hier tatsächlich lieber mit einem Elektriker oder Trockenbauer spricht. Außerdem spart man sich den Aufschlag, den der Bauträger natürlich für das Durchreichen haben müsste.
      Details zu unseren Mehrkosten folgen in den nächsten Tagen.
      Aber denkt dran: Vergleicht die BLB der Anbieter! Die Preisunterschiede zwischen den Anbietern spiegeln sich meist irgendwo in den BLB.

  3. Marcel sagt:

    Wir hatten gerade ähnliches mit unserer Bauüberfahrt, die in der Kalkulation vom Vertriebsmitarbeiter zunächst deutlich niedriger geschätzt wurde (lustig zu lesen unter: https://rahlstedt-bautagebuch.de/schock-termin-mit-dem-wegewart-baustellenueberfahrt-gehwegueberfahrt/), dann sind da scheinbar beim Fundament einige falsche Schätzungen drin und Regenwasser ist auf einmal doch ein großes Thema, ob es in die Kanalisation geht oder in eine Sickergrube. Diese Woche war es echt zu krass… jetzt dürfen die Kosten mal im Zaun bleiben.

    PS: Tolles Template 😉

    • John sagt:

      Hi Marcel, na das hört sich ja auch wieder einmal nicht so prickelnd an. Wo man auch hinhört ufern die Kosten aus. Ich drücke euch die Daumen.
      P.S.: Kann das Kompliment nur zurückgeben 😉

  4. Marcel sagt:

    Klassiker halt… abundzu denke ich, es wäre schön, wenn einer mal seine Arbeit richtig machen würde. Aber der Architekt war gut.

  5. Auch ein sehr informativer Block!

    Das mit den Kosten kennen wir auch zu gut.
    Gerade die Erdarbeiten haben bei uns total reingehauen.
    Was wir noch nicht eingeplant haben war die Prüfstatik, Mehrspartenanschluss und die erschwerte Zufahrt.

    Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg beim Bauen
    Martin und Jule

  6. Peter sagt:

    Hallo John,
    Wir planen auch in Lu zu bauen. Auf was beziehen sich die Mehrkosten bei den Bodenarbeiten? Sind die 9.000 EUR die Gesamtkosten oder sind weitere Kosten für die Bodenarbeiten entstanden?
    Grüße
    Peter

    • John sagt:

      Hallo Peter,
      schön zu hören. Die Mehrkosten sind ein Resultat aus der laut BLB gekauften Bodenplatte und dem was laut Baugrundgutachten notwendig ist. Das betrifft bisher nur die Statik der Bodenplatte, die Anhebung des Baukörpers und der Lieferung und Verdichtung von weiterem Füllmaterial. Sobald es mit dem Aushub der Baugrube losgeht werden wir sehen, was evtl. noch an zusätzlichen Maßnahmen für die Bodenarbeiten nötig ist oder ob wir gar weniger Material benötigen. Die Details habe ich hier beschrieben: https://unserbaublog.de/es-wird-teurer-als-man-erwartet-teil-1-die-bodenplatte/

      Mein Tipp: Lass während der Reservierungsfrist ein Gutachten erstellen. Dann lass dies deinem Tragwerksplaner/Architekten zukommen. Wir haben das Gutachten damals leider nicht mit dem Statiker, sondern dem Vertrieb besprochen und hatten die Zusatzkosten dann leider ungeplant auf dem Tisch.
      Mach dir keine zu großen Sorgen. Unser Baugrundgutachten zählt zu den schlechtesten im Quartier 3.1.
      Grüße zurück, John

  7. Ikke sagt:

    Hallo John. Wir haben unsere Architektin nochmal auf deinen Hinweis für die Nothandkurbeln bei den elektr. Rolläden aufmerksam gemacht. Gibt es hierzu eine gesetzliche Verpflichtung oder ist es ein gut gemeinter Rat?
    Danke dir und viele Grüße.

    • John sagt:

      Hi Ikke,
      das maßgebliche Dokument sollte wohl die aktuelle Bauordnung des Landes Brandenburg sein. Hierin habe ich tatsächlich keinen Passus finden können, der das zwingend vorschreibt. §33 Abs. 1 besagt:

      Für Nutzungseinheiten mit mindestens einem Aufenthaltsraum, wie Wohnungen, Praxen, selbstständige Betriebsstätten,
      müssen in jedem Geschoss mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege ins Freie vorhanden
      sein; beide Rettungswege dürfen jedoch innerhalb des Geschosses über denselben notwendigen Flur führen.

      Nun müsste man konstruieren, dass bei geschlossenen, elektrischen Rolläden und Stromausfall ja kein Weg ins Freie vorhanden wäre. Hier hat es Bau-GmbH Roth es wohl vielleicht eher gut mit uns gemeint, als dass es eine zwingende rechtliche Vorschrift geben würde.

  8. Daniel sagt:

    Hi John,

    wir haben auch vor in Ludwigsfelde zu bauen und verfolgen deinen sehr informativen Blog schon sehr lange. Waren auch schonmal bei dir gucken, denn es ist ja nicht weit von uns XD. Kannst du uns etwas zu den Notarkosten sagen, was müssten wir hier veranschlagen?

    Grüße

    Daniel

    • John sagt:

      Hi Daniel,
      vielen Dank für die Blumen und schön, dass ihr auch bauen wollt.
      Die Notarkosten hängen vom Preis des Grundstücks und der Höhe der einzutragenden Grundschuld ab.
      Wir hatten rund 2.500€ zu tragen.

      Sonderpositionen wie Identitätsfeststellung des Grundstücks, weil die Bank sonst das Darlehen nicht bewilligen gingen mit jeweils einigen 100€ extra.

      Einen guten Anhaltspunkt bekommt ihr mit diesem Rechner: https://www.interhyp.de/notar-grundbuchkostenrechner/
      Wählt da Kauf und Grundschuldbestellung. Bei Kauf tragt ihr nur den Preis des Grundstücks ein. Bei Grundschuld die Höhe eures Kredites.

      Viel Erfolg für euer Bauvorhaben.

      Grüße
      John

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