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Gelernte Lektionen

Lektion 1: Drum prüfe, wer sich (ewig) bindet.

Im November 2016 hatten wir uns bereits für ein Bauunternehmen entschieden. Dieses, bzw. unser Ansprechpartner, hatte uns das Gefühl vermittelt, dass sie in top Qualität bauen und wir uns um kaum etwas kümmern müssten. Natürlich hatte das seinen Preis, den wir aber bereit gewesen wären zu zahlen.

Leider stellte sich dann im Laufe der Zeit heraus, dass jede auch noch so kleine Anpassung und Konkretisierung enorme Kosten nach sich gezogen hätte. Während unser Architekt und primärer Ansprechpartner plausible Schätzungen zu den Kosten unserer Wünsche abgab, wurden diese nachdem sie  über den Tisch des Geschäftsführers liefen, teils verdoppelt. Kein Wert blieb auch nur annähernd im Rahmen.

Spätestens als es um mein Steckenpferd der Hausautomation ging und das Budget hier bereits für simpelste Licht und Verschattungssteuerung ohne Visualisierung und Intelligenz vollständig aufgefressen worden wäre, mussten wir die Notbremse ziehen.

Darum: Möglichst viele Details bereits vor Vertragsschluss klären. Fragen stellen, Anfragen, Nachfragen und Angebote einholen. Wenn man erstmal unterschrieben hat, ist die Verhandlungsposition deutlich schlechter!

Mehrkosten für uns: 4.500€

 

17 Antworten

  1. Inga Wagner sagt:

    Oh ja das kennen wir auch nur zu gut.

    LG, Inga

  2. Wir würden aktuell annehmen, dass wir bereits in unserem ersten Gespräch bei Roth recht vieel Details genannt haben. Vor Vertragsabschluss würden uns noch weitere einfallen. Jetzt interessiert mich aber, was bei euch denn noch so dazu kam? Was waren denn Punkte, die euch im Vorhinein nicht klar waren und zu diesen Mehrkosten geführt haben?
    An vielen Stellen z.B. Steckdosen, sagte der Vertrieb uns, dass wir das dann mit dem Gewerk klären sollen. Verstehe ich so, dass es im offiziellen Vertrag nicht drin steht.

    • John sagt:

      Dreh- und Angelpunkt ist immer die Bauleistungsbeschreibung. Der Umfang dessen, was dort drin steht unterscheidet sich zwischen den einzelnen Anbietern teils massiv. Beispiel Fliesen. T&C hat 15€ pro qm, Roth 30€. Größere Formate sind aber aufwendiger zu verlegen. Das kostet zusätzlich. Und das bei allen! Wer will schon 15×15 Fliesen?
      Natürlich sind auch bei Bau-GmbH Roth Elektroarbeiten enthalten. Davon noch nicht einmal so knapp. Selbst Koax und Netzwerk, aber dann eben dann meist doch nicht ausreichend oder genau so, wie man es haben will. Es sei denn man ist sehr genügsam. Das ist bei anderen Anbietern nicht anders. Details, wie die Elektroanlage oder Trockenbauwünsche mit der Vertriebspersonal durchzuarbeiten ist wenig zielführend, da man hier tatsächlich lieber mit einem Elektriker oder Trockenbauer spricht. Außerdem spart man sich den Aufschlag, den der Bauträger natürlich für das Durchreichen haben müsste.
      Details zu unseren Mehrkosten folgen in den nächsten Tagen.
      Aber denkt dran: Vergleicht die BLB der Anbieter! Die Preisunterschiede zwischen den Anbietern spiegeln sich meist irgendwo in den BLB.

  3. Marcel sagt:

    Wir hatten gerade ähnliches mit unserer Bauüberfahrt, die in der Kalkulation vom Vertriebsmitarbeiter zunächst deutlich niedriger geschätzt wurde (lustig zu lesen unter: https://rahlstedt-bautagebuch.de/schock-termin-mit-dem-wegewart-baustellenueberfahrt-gehwegueberfahrt/), dann sind da scheinbar beim Fundament einige falsche Schätzungen drin und Regenwasser ist auf einmal doch ein großes Thema, ob es in die Kanalisation geht oder in eine Sickergrube. Diese Woche war es echt zu krass… jetzt dürfen die Kosten mal im Zaun bleiben.

    PS: Tolles Template 😉

    • John sagt:

      Hi Marcel, na das hört sich ja auch wieder einmal nicht so prickelnd an. Wo man auch hinhört ufern die Kosten aus. Ich drücke euch die Daumen.
      P.S.: Kann das Kompliment nur zurückgeben 😉

  4. Marcel sagt:

    Klassiker halt… abundzu denke ich, es wäre schön, wenn einer mal seine Arbeit richtig machen würde. Aber der Architekt war gut.

  5. Auch ein sehr informativer Block!

    Das mit den Kosten kennen wir auch zu gut.
    Gerade die Erdarbeiten haben bei uns total reingehauen.
    Was wir noch nicht eingeplant haben war die Prüfstatik, Mehrspartenanschluss und die erschwerte Zufahrt.

    Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg beim Bauen
    Martin und Jule

    • Harald Timm sagt:

      Hallo
      Gerne würde ich wissen was die erschwerte Zufahrt gekostet hat, wir sollen zB für die Maurerarbeiten 8.500 mehr bezahlen
      Haben Sie da ein paar Infos für uns ?

      MfG
      H.Timm

  6. Peter sagt:

    Hallo John,
    Wir planen auch in Lu zu bauen. Auf was beziehen sich die Mehrkosten bei den Bodenarbeiten? Sind die 9.000 EUR die Gesamtkosten oder sind weitere Kosten für die Bodenarbeiten entstanden?
    Grüße
    Peter

    • John sagt:

      Hallo Peter,
      schön zu hören. Die Mehrkosten sind ein Resultat aus der laut BLB gekauften Bodenplatte und dem was laut Baugrundgutachten notwendig ist. Das betrifft bisher nur die Statik der Bodenplatte, die Anhebung des Baukörpers und der Lieferung und Verdichtung von weiterem Füllmaterial. Sobald es mit dem Aushub der Baugrube losgeht werden wir sehen, was evtl. noch an zusätzlichen Maßnahmen für die Bodenarbeiten nötig ist oder ob wir gar weniger Material benötigen. Die Details habe ich hier beschrieben: https://unserbaublog.de/es-wird-teurer-als-man-erwartet-teil-1-die-bodenplatte/

      Mein Tipp: Lass während der Reservierungsfrist ein Gutachten erstellen. Dann lass dies deinem Tragwerksplaner/Architekten zukommen. Wir haben das Gutachten damals leider nicht mit dem Statiker, sondern dem Vertrieb besprochen und hatten die Zusatzkosten dann leider ungeplant auf dem Tisch.
      Mach dir keine zu großen Sorgen. Unser Baugrundgutachten zählt zu den schlechtesten im Quartier 3.1.
      Grüße zurück, John

  7. Ikke sagt:

    Hallo John. Wir haben unsere Architektin nochmal auf deinen Hinweis für die Nothandkurbeln bei den elektr. Rolläden aufmerksam gemacht. Gibt es hierzu eine gesetzliche Verpflichtung oder ist es ein gut gemeinter Rat?
    Danke dir und viele Grüße.

    • John sagt:

      Hi Ikke,
      das maßgebliche Dokument sollte wohl die aktuelle Bauordnung des Landes Brandenburg sein. Hierin habe ich tatsächlich keinen Passus finden können, der das zwingend vorschreibt. §33 Abs. 1 besagt:

      Für Nutzungseinheiten mit mindestens einem Aufenthaltsraum, wie Wohnungen, Praxen, selbstständige Betriebsstätten,
      müssen in jedem Geschoss mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege ins Freie vorhanden
      sein; beide Rettungswege dürfen jedoch innerhalb des Geschosses über denselben notwendigen Flur führen.

      Nun müsste man konstruieren, dass bei geschlossenen, elektrischen Rolläden und Stromausfall ja kein Weg ins Freie vorhanden wäre. Hier hat es Bau-GmbH Roth es wohl vielleicht eher gut mit uns gemeint, als dass es eine zwingende rechtliche Vorschrift geben würde.

  8. Daniel sagt:

    Hi John,

    wir haben auch vor in Ludwigsfelde zu bauen und verfolgen deinen sehr informativen Blog schon sehr lange. Waren auch schonmal bei dir gucken, denn es ist ja nicht weit von uns XD. Kannst du uns etwas zu den Notarkosten sagen, was müssten wir hier veranschlagen?

    Grüße

    Daniel

    • John sagt:

      Hi Daniel,
      vielen Dank für die Blumen und schön, dass ihr auch bauen wollt.
      Die Notarkosten hängen vom Preis des Grundstücks und der Höhe der einzutragenden Grundschuld ab.
      Wir hatten rund 2.500€ zu tragen.

      Sonderpositionen wie Identitätsfeststellung des Grundstücks, weil die Bank sonst das Darlehen nicht bewilligen gingen mit jeweils einigen 100€ extra.

      Einen guten Anhaltspunkt bekommt ihr mit diesem Rechner: https://www.interhyp.de/notar-grundbuchkostenrechner/
      Wählt da Kauf und Grundschuldbestellung. Bei Kauf tragt ihr nur den Preis des Grundstücks ein. Bei Grundschuld die Höhe eures Kredites.

      Viel Erfolg für euer Bauvorhaben.

      Grüße
      John

  9. Patrick Gorre sagt:

    Hallo
    Wir sind aktuell auch dabei ein Bauvorhaben im Russeaupark voranzutreiben.
    Aktuell sind wir bei der Aufstellung der Kosten.
    Was mir dabei etwas merkwürdig vorkommt ist, dass Vermessungskosten im Kaufpreis des Grundstückes eigentlich inkludiert sind. Daher die Frage, warum bei euch die Vermessungskosten selber zu tragen waren?

    Zudem würde mich einmal interessieren, an wen sie sich in Bezug auf den Wasseranschluss gewendet haben und wie hoch die Kosten für den Anschluss waren.

    Ich danke bereits im Voraus.

    Viele Grüße
    Patrick

    • John sagt:

      Hallo Patrick, meinen Glückwunsch zur Entscheidung für den Rousseau Park.
      Es ist absolut nicht merkwürdig, dass Kosten für die Vermessung anfallen.
      Der Verkäufer muss ja ein großes Flurstück in viele kleine Flurstücke teilen. Hierfür ist eine Vermessung zur Anpassung des Liegenschaftskatasters notwendig. Das liegt aber im Interesse des Verkäufers und deswegen trägt er die Kosten.

      Wenn man als Grundstücksbesitzer aber mit seinem neuen Grundstück nicht nur einen netten Platz zum Aufstellen des Grills und einiger Angelstühle haben möchte und darüberhinaus eventuell den Bau eines Hauses plant, dann muss der Vermesser nochmal ran, da das Bauamt gerne Pläne als Bestandteil des Bauantrages hätte.

      Außerdem wird der Vermesser in eurem Interesse auch gleich Vorbereitungen für das Schnurgerüst treffen, welches für den Start der Erdarbeiten von großer Wichtigkeit ist.

      Nach Fertigstellung muss der Vermesser dann noch einmal vermessen, um gegenüber dem Bauamt darlegen zu können, dass das Haus auch an der richtigen Position und in der genehmigten Größe gebaut wurde. All das liegt im Interesse der Bauherrschaft, die natürlich auch alle Kosten dafür tragen darf. Gewöhnt euch schonmal daran, geschenkt gibt es nix.

      Für den Wasseranschluss wendet ihr euch an der WARL (http://www.warl.de/ ) Das ist der zuständige Wasserzweckverband. Dieser beauftragt dann aber das Unternehmen Haase und Pollack. Die Rechnung (geht mal von 1.000€ aus) zahlt ihr aber über den WARL. Über Wasseranschluss und Bauwasser habe ich recht viel geschrieben, auch wie man beim Bauwasser ein wenig sparen kann u.a. hier: https://unserbaublog.de/thema-bauwasser-es-geht-auch-guenstiger/

      Vergesst nicht die Beauftragung des Abwasseranschlusses. Der ist dem WARL egal und wird, wenn er nicht Bestandteil der Bauleistung eures GU/GÜ ist, mit locker über 2.000€ (Abhängig von Anzahl und Lage der Abwasseranschlüsse des Hauses) ungleich teurer, als der Bauwasser/Trinkwasseranschluss.

      Viel Erfolg bei eurem Projekt.

      Beste Grüße
      John

  10. Daniel Hauke sagt:

    Moin moin,

    Also bei unseren ca. 10 m zum Haus waren wir eher bei 2000 – 2600 Euro für den Trinkwasseranschluss. Es kommt auch sehr stark auf die Meter zum Hausanschluss an (Die Warl macht hier nur auf Anfrage ein Angebot und das definitiv unverbindlich, da sie ja die Meterzahl nicht kennen). Gleiches gilt auch für alle anderen Hausanschlüsse. Ich möchte damit sagen ruhig etwas mehr einplanen ;).

    Grüße

    Daniel

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