Vor einigen Monaten hatte ich mir einen gebrauchten Loxone Musterkoffer gekauft. Für die ersten Schritte ganz praktisch, aber zu unflexibel, um wirklich zu basteln. Aus diesem Grund musste ein Loxone Testboard her, an dem man mal wirklich klemmen, schrauben und basteln kann.

Grenzen des Musterkoffers

Der Loxone Musterkoffer, den ich seinerzeit erwarb, enthielt keine Tree Extension. Damals wollte ich Loxones eigenes Bussystem meiden und eher KNX Sensorik einsetzen. Nach dem Erstgespräch mit unserem Elektriker wurde ich nun nicht vollends bekehrt, aber sehe nun zumindest die Vorteile, die sich aus der Verwendung von Tree bei der Kombination Loxone und Roth Massivhaus ergeben.

Im Standard hätten wir normale Taster und getrennte Heizungsregler erhalten. Durch den Schwenk auf Loxone Tree können wir auf die unansehnlichen Raumtemperaturregler verzichten, die wir in unserer aktuellen Wohnung im übrigen nie nutzen. Da die Möglichkeit der Einzelraumregeleung aber vorgeschrieben ist, kommt man um diese Dinger nicht herum. Es sei denn man kann die Raumtemperatur anderweitig regeln.

Hier kommen die Loxone Tree Taster mit Temperatur und Feuchtesensor und der Loxone Miniserver ins Spiel, die in dieser Kombination eine Einzelraumregelung ohne hässliche Raumregler bieten.

Durch den Verzicht auf Raumregler und die Einsparung eines Haufens digitaler Eingänge und damit kostspieliger Extensions, bekommen wir so die von mir eigentlich nicht gewollte, smarte Heizungssteuerung zum Nulltarif.

Mein Testboard

Zurück zum Thema. Eine Tree Extension, ein Tree Taster und ein Bewegungsmelder mussten her. Hierfür verkaufte ich den Musterkoffer und besorgte mir stattdessen einen neuen Miniserver, samt Netzteil, Tree Extension und den weiteren von mir benötigten Teilen.

Hier war unser Elektriker so freundlich die später für unser Bauvorhaben ohnehin benötigten Teile vorab zu bestellen und an uns liefern zu lassen. Damit konnte das Testboard für uns sehr günstig ausfallen.

Nur sollte ich die Teile nun nicht kaputtspielen!

Als Basis habe ich mich für eine Leimholzplatte entschieden, auf die ich eine Hutschiene geschraubt habe. Die Verdrahtung erfolgte mit Adern aus Cat.5e Leitung, da ich nur diese zur Hand hatte.

Keine gute Idee übrigens, wenn man Tree Geräte anschließen will. Der Aderquerschnitt von 5e ist zu niedrig, so dass man echte Probleme bekommt eine verlässliche Verbindung bei der Einführung in die Steckkontakte herzustellen. Die Adern verbiegen zu leicht.

Mit Cat.7 hätte mich das Anschließend des Tree Bewegunsgmelders und des Touch Tree Tasters sicher nicht 45 Minuten und meinen gesamten Fluchwortschatz gekostet.

Mein Loxone Testboard

Mein Loxone Testboard. Zugegebenermaßen noch etwas leer, aber jeder hat mal klein angefangen. Nächste Baustellen KNX-Präsenzmelder und eventuell doch noch ein MDT Glastaster Smart II

Loxberry auf Hutschiene

Bis zuletzt hatte ich meinen Raspberry Pi 3 in einem Touchscreen- Gehäuse verbaut. Das machte sich bisher ganz gut, doch nun musste er in ein Hutschienengehäuse umziehen, da er nun vor allem zur Erweiterung und Unterstützung des Loxone Miniserver mit Loxberry herhalten soll.

Zusammen mit einem Hutschienen-Netzteil und einer USB-Leitung hatte ich rund 40€ zu investieren.

Die Verarbeitung des Hutschienengehäuses lässt keine Wünsche offen. Allerdings sollte man die SD-Karte des Raspi vor der Installation in das Gehäuse entnehmen, man läuft sonst Gefahr sie zu beschädigen, da alles sehr passgenau gearbeitet ist.

Raspberry Pi 3 im neuen Hutschienengehäuse

Über die drei Adern ans GPIO angeschlossen ist ein 433MHz Funkmodul, mittels dessen ich die bei uns bereits in Nutzung befindlichen Funksteckdosen über Loxberry und Loxone steuern kann.

 

Raspberry Pi 3 im neuen Hutschienengehäuse

So macht sich der Raspi wesentlich besser als Erweiterung des Loxone Miniservers. Die orange Spirale ist die Antenne für das 433Mhz GPIO-Modul.

Meine Einkaufsliste

Erste Gehversuche mit Loxone Tree

Die Verarbeitung von Taster und Bewegungsmelder führten bei mir nicht zu Jubelstürmen, wenn man bedenkt, dass beide Geräte um die 80€ kosten. Ich hätte mir die Geräte schwerer vorgestellt. Letztlich hängen die Teile jedoch an Decke und Wand, so dass man die Masse wohl nicht als Qualitätsmerkmal heranziehen sollte.

So wie man sich das vorstellt und ganz wie im Kindergarten lief allerdings die Einbindung der Tree Sensorik in mein Testprojekt. Sind Taster und Bewegungsmelder erst einmal auf dem Tree gefunden worden, hat man sie rubbeldiekatz in die Loxone Config eingebunden und mit Funktionen belegt.

Besonders angenehm und gelungen fand ich das Klick-Feedback des Loxone Tasters. Hierbei ertönt ein dezentes Klick, wenn man eine der fünf Tastflächen betätigt. Noch immer bin ich aber heiß auf die Touch Pure Tree Taster, die mir ihrer sartinierten Glasoberfläche einfach um längen besser aussehen. Leider kosten sie auch rund 100€ je Stück mehr. Was gerechnet auf ein ganzes Haus einen Haufen Mehrkosten verursachen würde.

Eventuell ist ja später noch der eine oder andere Euro übrig, um diese Taster im „repräsentativen Teil“ des Hauses unterzubringen. Keine Not einen solchen Taster in der Speisekammer einzusetzen.

Haustier kompatible Bewegungsmelder

Eine Herausforderung wird außerdem die Ausstattung des Hauses mit Bewegungsmeldern werden. Bislang sind Loxone Tree Bewegungsmelder geplant. Diese werden üblicherweise an der Decke angebracht. Damit würde dann auch unsere kleine Hündin ganz hervorragend das Licht im Haus bedienen können.

 

Würden wir die Bewegungsmelder überdies für Alarmfunktionen verwenden wollen, könnten wir diese nicht aktivieren, wenn Darling (so heisst unsere Hündin) allein zu Hause wäre. Um Bewegungsmelder sinnvoll Haustier kompatibel zu verwenden, verbaut man diese üblicherweise auf Schalterhöhe und lässt nur die obere Raumhälfte erfassen, so dass Hund und Katze unterhalb des Erfassungsbereiches bleiben.

Bei Katzen, die auch gerne mal auf Schränke klettern nur bedingt hilfreich, für unsere Hündin mit 5kg Lebendgewicht aber wahrscheinlich ausreichend.

Solche Bewegungsmelder gibt es allerdings nicht von Loxone. Nun möchte ich mir Bewegungs-/Präsenzmelder, die per KNX angebunden werden ansehen, die diese beiden Limitationen der Loxone Melder nicht besitzen. Sollten meine Versuche erfolgreich verlaufen, müsste ich das demnächst dann schonend unserem Elektriker beibringen….

6 Antworten

  1. Jörg sagt:

    Hi John,
    die Aussage „Erst wenn man völlig ausgekühlt ist, würde ein Präsenzmelder das Licht wieder ausschalten“ kann ich so nicht bestätigen. Ich bin zwar kein Experte auf dem Gebiet, kann aber aus Erfahrung sagen, dass dem nicht so ist.

    Präsenzmelder haben grundsätzlich eine höhere Auflösung als Bewegungsmelder und reagieren deshalb auch auf kleinste Bewegungen. Wenn man sich jedoch gar nicht mehr bewegt, erkennt selbst ein Präsenzmelder keine Präsenz mehr – egal ob tot oder lebendig. 😀

    Es ist vielmehr so, dass ein Präsenzmelder (wie ein Bewegungsmelder auch) auf den plötzlichen Temperaturunterschied in seinem Erfassungsfeld reagiert – nur eben mit einer viel höheren Genauigkeit. Vielleicht gibt es ja auch Melder (z.B. auf Basis von Mikrowellen), die nach dem von dir beschriebenen Prinzip funktionieren, alle bisher von mir eingesetzten Melder haben ohne jegliche Bewegung jedoch auch keine Präsenz registriert.

    Dieses Problem löse ich mittlerweile übrigens über Logik in Loxone durch die Verknüpfung einzelner Präsenzzonen (u.A. „Busch Jäger KNX Standard 6131/30-24“) in Form von Bewegungsmustern bzw. der Auswertung von Bewegungsrichtungen. So nach dem Motto: Wenn im Wohnzimmerbereich keine Präsenz mehr erkannt wird, im Türbereich aber zwischenzeitlich niemand durchgelaufen ist, muss im Wohnbereich trotzdem noch jemand anwesend sein, Das funktioniert nach etwas Optimierung der hinterlegten Verzögerungen perfekt. Muss man nur bei der Planung etwas auf den jeweiligen Installationsort des Melders achten, damit das auch funktioniert. Im Blogpost http://www.meintechblog.de/2016/07/operation-smart-home-zwischenstand-loxone-knx-1wire-und-co/ habe ich schon etwas darüber berichtet, wobei sich die Platzierung bis zur schlussendlichen Umsetzung teilweise noch leicht verändert hat.

    Grüße
    Jörg

    PS: Wenn du sowieso auch (in gewissem Maße) KNX einsetzen möchtest, kann ich dir den angesprochenen Busch-Jäger-Präsenzmelder nur empfehlen. Habe diesen (bzw. die Mini- und Premium-Version davon) in allen Räumen verbaut und bin super zufrieden. Einzig für die Dusche habe ich den ESYLUX PD-C360I/8 KNX EP10426155 gewählt, der mit seiner zusätzlichen Plastikkappe gerade für kleine Flächen optimiert ist. Immer wieder faszinierend zu sehen, wie er fast auf den Zentimeter genau auslöst, sobald man die Dusche betritt.

    • Rico sagt:

      Hallo,

      das gleiche wollte ich auch gerade schreiben 🙂 Kann das nur bestätigen. Präsenzmelder, die tatsächlich Präsenz erkennen sind mir auch nicht bekannt. Es gibt wohl Hochfrequenzsensoren, allerdings können diese auch durch Wände gucken. Das kann je nach baulicher Situation Vor- und Nachteile haben. Blöd ist natürlich, wenn durch eine Person in einem Raum in der Nähe einer Wand bereits das Licht im Nachbarzimmer einschaltet 🙂

      Und bedenke bitte auch, dass PM/BM nicht durch Glas „sehen“ können. Wenn der Melder nicht über die Duschabtrennung hinwegschauen kann, wird es beim Duschen schnell dunkel. Hier braucht es dann entweder einen weiteren Melder über der Dusche oder eine andere Form der Erkennung. Z.B. einen Durchfluss oder Wärmesensor an der Dusche oder ich habe bei mir z.B. einen extra Spot für die Dusche, welcher über einen versteckten Fliesentaster ausgelöst wird. Dieser sperrt gleichzeitig den PM, sodass das Licht und Radio im Bad an bleibt.
      https://unserholzhaus.wordpress.com/2014/02/05/fliesentaster-2 (Ja, hier fehlt noch die Duschabrennung) 😉

      Viele Grüße, Rico

      • John sagt:

        Danke Jörg, danke Rico.

        Vielen Dank für eure hilfreichen Anmerkungen. Ich habe den Text angepasst, jetzt sollte er i.O. sein.

        Viele Grüße
        John

    • Jörg sagt:

      Hi John,

      die von mir angesprochene Logik wird jetzt in diesem Blogpost ausführlich behandelt: http://www.meintechblog.de/2017/10/operation-smart-home-praesenzzonen-fuer-eine-vollautomatische-beleuchtung-sinnvoll-nutzen/

      Vielleicht liefert das ja einige Anregungen…

      Grüße
      Jörg

      PS: Geht ja gut voran bei dir! Wie lange noch, bis es an die Elektrik geht?

  2. Toni sagt:

    „Hier kommen die Loxone Tree Taster mit Temperatur und Feuchtesensor und der Loxone Miniserver ins Spiel, die in dieser Kombination eine Einzelraumregelung ohne hässliche Raumregler bieten.“

    Rechnet sich das im Vergleich zu Stellandtrieb+Thermostat mit Temperraturregelung?
    Die Kosten ja auch nicht die Welt:
    https://www.elv.de/raumbediengeraet-direct-control-lcd-fuer-fussbodenheizungssteuerung-alpha-direct.html
    Mit Loxone Stellantreib und Taster bist du ja schon bei ca 160€ pro Heikreis bzw Zimmer.

    • John sagt:

      Hi Toni, ich habe mal im Angebot unseres Elektrikers nachgesehen und gegengerechnet. In Summe liegt der Mehrpreis für die Einzelraumregelung für unser Haus über Loxone bei 270€ Brutto.
      Natürlich werden die bereits gekauften Merkmale gegengerechnet, was die Rechnung für uns aufgehen lässt.

      Die Summe setzt sich wie folgt zusammen:
      Einfache Taster (1.100€) gegen Loxone Touch Tree tauschen (1450€)
      Mehrkosten 350€

      Raumtemperaturregler rauswerfen
      Einsparung 430€

      Mehraufwand Heizkreisverteiler klemmen (Stellantriebe sind kompatibel)
      Mehrkosten 240€

      Tree Extension
      Mehrkosten 110€

      In Summe zahlen wir 270€ mehr, haben dafür eine deutlich aufgeräumtere Optik und Mehrkomfort (insbesondere Luftfeuchtemessung), den wir zwar nicht unbedingt gewollt hätten, aber so zu einem extrem niedrigen Kurs mitbekommen werden.
      Eigentlich dürfte man die Tree-Extension gar nicht zählen, da dadurch ja diverse Extensions mit digitalen Eingängen wegfallen konnten.

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