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In diesem Beitrag möchte ich einige weitere Details zum Rousseau Park und den zukünftigen Planungen teilen, von denen wir in den letzten Wochen Wind bekommen haben. So wurden zum Beispiel Straßennamen verkündet und der Bebauungsplan angepasst. 

Die Straßennamen stehen fest

Bereits am 13. Dezember 2016 hat die Stadtverordnetenversammlung von Ludwigsfelde die künftigen Straßennamen beschlossen und verkündet. Passend zum Rousseau Park, werden die Straßen, Namen von französischen Schriftstellern tragen.

Die künftigen Anwohner dürfen sich also schon darauf einstellen den Straßennamen am Telefon künftig buchstabieren zu müssen.

Trommelwirbel……

Bauabschnitt 3.1
Sartrering und Proustweg

Bauabschnitt 3.2
Zolaring

Bauabschnitt 2.1 
Hugoring und Moliereweg

Bauabschnitt 2.2
Pascalring

Bauabschnitt 1.2
Balzacring und Voltaireweg

Zufahrt und Platz des Quartierszentrum
Rouseauallee  und Rousseauplatz

Inzwischen sind zumindest die Straßen des Quartier 3.1, Sartrering und Proustweg auch mit Apple Maps zu finden. Tipps wie man den Rousseau Park findet, habe ich in einem anderen Beitrag genannt.

Details zum Rousseau Park aus dem Bebauungsplan Nr. 35

Am 15.02.2017 ist nun der Bauausschuss der Stadt Ludwigsfelde zusammenkommen, um über die erneute öffentliche Auslegung des für uns so wichtigen und inzwischen angepassten

Bebauungsplan Nr. 35 „Ahrensdorfer Heide – Parksiedlung“ der Stadt Ludwigsfelde, Gemarkungen Ludwigsfelde und Ahrensdorf“

zu  befinden. Erst nachdem die Öffentlichkeit angemessen beteiligt wurde und keine Einwände mehr bestehen, ist es möglich, dass der Bebauungsplan auch von den politischen Entscheidungsträgern verabschiedet wird.

Eine wirklich tolle Sache, dass die Bevölkerung durch das Ratsinformationssystem der Stadt Ludwigsfelde Zugriff auf die Beschlussvorlage erhält und sich so auf das Kommende vorbereiten kann.

Anlage 5 des dort herunterladbaren Dokumentenpaketes enthält auf gerade einmal 120 Seiten sämtliche Informationen zum Bebauungsplan und wie das Ganze später dann einmal sein soll, wenn es fertiggestellt ist. Hier eine Zusammenfassung der herausragenden Punkte.

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Wie viele Menschen werden im Rousseau Park leben?

Es sollen 140 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern errichtet werden.
In Einfamilienhäusern und Doppelhaushälften sollen zwischen 350 und 525 Wohnungen entstehen. Die Spanne ergibt sich aus der potentiellen Schaffung von Einliegerwohnungen in den EFH und DHH. Damit soll der derzeit beplante Bereich, Wohnraum für bis zu 1.600 Einwohner bieten. Tatsächlich sollen aber in Zukunft noch weitere Quartiere erschlossen werden, die dann für insgesamt bis zu 5.500 Einwohner ein zu Hause bieten sollen.

Im Nordwesten des sogenannten Quartierszentrum wird eine Kita entstehen. Mit 170 Betreuungsplätzen und durch die derzeit nicht ausgeschöpften Kapazitäten der bestehenden Einrichtungen in Ludwigsfelde und Ahrensdorf soll der Bedarf des Plangebietes gedeckt werden. Rund 4.500 qm werden der Kita samt Parkflächen für den Bring- und Abholverkehr gewidmet werden. Auf weiteren 2.500 qm soll ein öffentlicher Kinderspielplatz entstehen.

Spielplatz

Spielplatz

Für die Schulkinder sollen die bestehenden Schulen in Ludwigsfelde ausreichend Platz bieten.

Das Quartierszentrum

Im sogenannten Quartierszentrum am Rousseau Platz wird ein Nahversorgungszentrum errichtet werden. Dieses soll neben einem 1.200qm großen Lebensmittelmarkt und weiteren Einzelhändlern der Nahversorgung auch Restaurants und Dienstleistungsbetriebe beherbergen. Obwohl das Quartierszentrum gut über Fuß- und Radwege erreichbar sein soll, werden auch etwa 175 Kfz-Stellpätze vorgesehen. Diese werden wohl in erster Linie für die Fahrzeuge der Bewohner der dortigen Mehrfamilienhäuser benötigt werden. Weitere 57 Stellplätze verteilen sich auf das restliche Areal um das Nahversorgungszentrum herum.

Apropos Stellplätze: In Bauabschnitt 3.1, wo wir ja wohnen werden, wird es voraussichtlich 6(!) öffentliche Stellplätze geben. Besser man sorgt für ausreichend Kfz-Stellfläche auf dem eignen Grundstück, sonst verweigern Verwandtschaft und Bekanntschaft in Zukunft wegen des zu erwartenden, langen Fußmarsches den Besuch.

Regenwasserversickerung

Das Niederschlagwasser der Grundstücke in den Bauabschnitten 3.1 und 1.2 soll dezentral auf den einzelnen Grundstücken erfolgen. Darüber habe ich mich als zukünftiger 3.1er ja bereits sehr gefreut. Die anderen Bauabschnitte sollen Niederschlagwasser in zentrale Versickerungsanlagen, sprich Mulden, abführen dürfen/müssen.

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Öffentliche und private Grünflächen (Streuobstwiesen)

In den Bereichen zwischen den Bauabschnitten, bzw. Quartieren wird eine öffentliche Parkanlage realisiert werden. Diese soll auch Kinderspielplätze und natürlich, wie sollte es anders sein, Versickerungsanlagen enthalten.

Außerdem wird es drei private Grünflächen geben, die jeweils die
Quartiere 3.1 und 3.2, 2.1 und 2.2, als auch 1.1 und 1.2 teilen. Hierbei teilen sich die Eigentümer der anliegenden Quartiere das Eigentum. Um die Pflege der privaten Grünflächen wird sich gegen einen kleinen Obolus gekümmert. In den ersten Jahren wird dies die Rousseau Park GmbH übernehmen. Auf dann turnusmäßig stattfindenden Eigentümerversammlungen werden alle Belange des Gemeinschaftseigentums entschieden. Da es hier nur um Grünflächen geht, an denen jede Partei mit weniger als einem Hundertstel beteiligt ist, sollte sich das Konfliktpotential und auch das Kostenrisiko in engen Grenzen halten, weswegen wir uns über die Streuobstwiesen freuen und sie als Bereicherung des Wohnumfeldes empfinden.

Bauliche Vorgaben

Damit der Rousseau Park auch ein städtebaulich schönes Bild abgibt sind im Bebauungsplan einige Grenzen bzgl. der Gestaltungsmöglichkeiten definiert. Da wir uns in das Gesamtkonzept des Rousseau Park verliebt hatten, nehmen wir diese Vorgaben gerne in Kauf. Ohnehin hatten wir aber nicht vor einen rot, blau, gelb, grünen Dreigeschosser mit Turmzimmer zu bauen.

Mit unserer Stadtvilla liegen wir voll im gestatteten Bereich. Zulässig sind zwei Vollgeschosse mit einer Dachneigung von maximal 45 Grad. Ab einer Dachneigung von 25 Grad greifen Grenzen bezüglich der Dacheindeckung. Diese darf dann jegliche Farbe haben, so diese denn schwarz oder grau ist. 🙂 Glänzende Dachsteine sind nicht gestattet. Solaranlagen, obwohl glänzend und blau, sind als technische Anlage auf Dächern hingegen zulässig. (Dass sich diese wirtschaftlich allerdings nicht lohnen, habe ich in diesem Beitrag einmal durchgerechnet.).

Für die Fassadengestaltung gibt es die Vorgabe, dass mindestens 80% der Außenwandflächen auf einen Buntanteil von 2 bis 5% begrenzt werden, um stark leuchtende Reinfarben auszuschließen. Hingegen sind bis zu 65% Schwarzanteil zulässig. Dadurch lassen sich helle bis dunkle Fassadenfarben erzielen. Ein Farbspektrum von weiß bis cremeweiß über grau und beige bis blaugrau, kaffeecreme und anthrazit.

Das hört sich ganz schön kompliziert an und liest sich im Original noch komplizierter. Wer es ganz genau wissen will, schaut im genannten Dokument im Abschnitt 5.6.2 auf Seite 40 nach. So einschränkend wie es sich anhört, ist es nicht.

Fassadenfarben

Von diesen Fassadenfarben ist keine zulässig!

Bepflanzung

Im Bebauungsplan ist auch für die Baugrundstücke eine Bepflanzung vorgegeben, um dem Parkcharakter des Rousseau Park angemessen Rechnung zu tragen. So ist je angefangene 400 qm Grundstücksfläche ein Laub- oder Obstbaum und je angefangene 40 qm ein Strauch zu pflanzen. Zugelassen sind allerdings nur heimische Laub- und Obstbäume.

Apfelbaum

Im B-Plan des Rousseau Park vorgegeben, die Bepflanzung auf den Grundstücken. Apfelbaum darf, Königspalme nicht.

Für uns bedeutet das, zwei Bäume und vierzehn Sträucher. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass wir davon begeistert gewesen wären. Inzwischen haben wir aber eine Idee, wo wir Bäume und Sträucher platzieren werden können.

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Sonstiges

Tiefenbohrungen für Sonden von Erdwärmepumpen sind gestattet, dürfen allerdings nur 60m tief reichen, was in der Regel drei Bohrungen erforderlich macht.

 

Wie komme ich von dort zur Arbeit?

Bei potentiell bis zu 5.000 Anwohnern wird das Thema: „Wie komme ich zur Arbeit?“ für viele ein wichtiges sein.

Die derzeitige Anbindung an den Ludwigsfelder ÖPNV findet über die Haltestelle Ludwigsdorf in Form der Buslinie 708 in der Waldsiedlung statt. Diese verkehrt seit dem 04.09.2017 immerhin stündlich und ist auf die Abfahrzeiten der Regionalbahnen an den Bahnhöfen Struveshof und Ludwigsfelde abgestimmt. Im Kontext des nun demnächst rechtskräftigen Bebauungsplans steht geschrieben, dass das Quartierszentrum mit einer Bushaltestelle an den ÖPNV angebunden werden soll. Doch wann und wie dies geschehen soll, ist noch nicht offiziell verkündet worden.

Anwohner mit dem Ziel Potsdam und Schönefeld werden am Bahnhof Struveshof auf die Regionalbahn RB22 warten müssen. Pendler mit dem Ziel Berlin wählen besser den Bahnhof Ludwigsfelde und nutzen die Regionalbahnen RE3 oder RE4.

Eine denkbare Alternative wäre die Nutzung der Buslinie 621, die am S-Bahnhof Teltow ihr Ende findet.

Meine Versuche mit dem ÖPNV aus Berlin nach Ludwigsfelde zu gelangen waren bisher und obwohl die Berliner S-Bahn sich wirklich alle Mühe gegeben hat mir Steine in den Weg zu legen, immer von Erfolg gekrönt.

Die Züge der Deutschen Bahn und der ODEG fuhren jedes Mal pünktlich und kamen auch pünktlich an. Allerdings nutzte ich bislang immer nur die Komfortvariante mit Abholung am Bahnhof Ludwigsfelde durch meine Frau. Erfahrungen mit der Buslinie 708 stehen also noch aus.

Praktische Links zum ÖPNV:

Liniennetz Stadtverkehr Ludwigsfelde
Fahrplan der Buslinie 708

 

Car Sharing Angebot: mobileeee

Als Ergänzung zum eigenen PKW und dem bestehenden Angebot soll Car Sharing helfen die Mobilitätslücke zu schließen.

Auf dem Fest mit einem Stand vertreten, war die mobileeee GmbH & Co.KG mit Sitz in Frankfurt am Main. Diese hat es sich zum Ziel gesetzt den Rousseau Park um ein Car Sharing Angebot zu bereichern. Bis zu 20 Elektrofahrzeuge des Typs Renault Zoe sollen helfen das Zweitauto im Rousseau Park überflüssig zu machen.

Anders als die großen Konkurrenten Car2Go und DriveNow setzt mobileeee nicht auf Minutenpreise. Stattdessen bucht man das Fahrzeug per Smartphone App auf Stundenbasis. Ab 5€ pro Stunde plus 0,20€ je gefahrenem Kilometer ist man dabei. Auch Buchungen für den ganzen Tag, eine Woche oder einen Monat sind möglich. Mehr Details findet man in den Tarifinformationen von mobileeee .

Sind bei DriveNow und Car2Go die Parkgebühren bereits im Mietpreis enthalten, fallen diese bei mobileeee extra an. Eine Verringerung der Selbstbeteiligung im Falle eines selbstverschuldeten Unfalls gegen Zahlung eines kleinen Beitrags ist bisher noch nicht in Planung. So wird man im Fall der Fälle mit 1.500€ zur Kasse gebeten. Auch wird man in der Anfangszeit das angemietete Fahrzeug immer zum Quartierszentrum zurückbringen müssen, um die Miete zu beenden.

Doch was nützt das ganze Vergleichen, wenn es von den beiden Großen kein Angebot in Ludwigsfelde gibt.

Mittelfristig sollen außerdem weitere Stationen, z.B. am Bahnhof Ludwigsfelde hinzukommen, an denen man ein Fahrzeug anmieten und zurückgeben kann. Dies wird den Alltagsnutzen des Angebotes maßgeblich erhöhen. Ob es dann allerdings die derzeit angedachten 20 Fahrzeuge schaffen werden den Bedarf zu decken steht auf einem anderen Blatt.

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Zusammenfassung

Sowohl die Callidus GmbH, als auch die Stadt Ludwigsfelde geben sich offensichtlich viel Mühe einen für alle Seiten ansprechenden Bebauungsplan auf die Beine zu stellen. Wenn man sich durch die 120 Seiten arbeitet, bekommt man einen Eindruck, was für eine Mammutaufgabe es sein muss sämtliche Befindlichkeiten zu berücksichtigen. Insbesondere die Maßnahmen, die zum Schutz der Umwelt getroffen werden sind erstaunlich. So wurde z.B. in besonders für Reptilien geeigneten Arealen bei sonnigen Witterungsverhältnissen am Vormittag nach Reptilien gesucht.

„Trotz intensiver Suche konnten keine Individuen, insbesondere nicht die streng geschützte Zauneidechse, gefunden werden.“

„Ein Glück“, sage ich, denn was für ein Aufwand zur Umsiedlung von Zauneidechsen betrieben werden muss, wissen wir alle seit Stuttgart 21.
Kaum auszudenken welche Auswirkungen der Fund von Zauneidechsen auf die bereits geplanten Bauvorhaben der Bauherren des Rousseau Park gehabt hätte.

Wir sind gespannt wie sich der Rousseau Park in der Zukunft entwickelt und ob alle Planungen auch tatsächlich so umgesetzt werden können.

Sind noch Fragen offen geblieben?
Häufig gestellte Fragen, die mir in der Vergangenheit zum Rousseau Park gestellt wurden, habe ich in meinen FAQ gesammelt.

Inzwischen gibt es einige Videos vom Rousseau Park, die die Fortschritte verdeutlichen.

2 Antworten

  1. Monika Willholz sagt:

    Ich vermisse Infos zum ÖPNV. Ist eine Anbindung geplant und wann ?

    • John sagt:

      Danke für den Hinweis, da habe ich wohl etwas vergessen.

      Aus dem Abwägungsprotokoll zu den Stellungnahmen als auch der Begründung zum Bebauungsplan Nr. 35 geht hervor, dass am Randbereich des Quartierszentrums eine Bushaltestelle entstehen wird.

      „Die Anbindung an den ÖPNV ist durch Planung einer Bushaltestelle im Bereich des Quartierzentrums gesichert. Der genaue Linienverlauf ist jedoch nicht Gegenstand der Bebauungsplanung“

      Bei potentiell bis zu 5.000 Anwohnern wird es ohne wohl auch nicht gehen.
      Derzeit ist die nächste Bushaltestelle in der Ludwigsallee zu finden. Seit dem 4.9.2017 fahren die insgesamt zwei Busse der Linie 708 nun auch im Stundentakt.

      Hier noch das Das Liniennetz des ÖPNV der Stadt Ludwigsfelde.

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