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Nachdem unserer Drohne, Bob am Sonntag beim Überflug des Quartier 1.2 ein Teil der Nase abhanden kam, stand nach der Lieferung seiner Ersatznase, heute die OP an. Außerdem nenne ich einige technische Details zu Bob, der eigentlich eine Parrot Bebop 2 ist.

Wie Bob seine Nase verlor

Bei meinen ersten Flugversuchen mit Bob, hatte ich den einen oder anderen Unfall. Besonders böser Anfängerfehler: Das falsche Anbringen der Rotoren.

An sich idiotensicher und spätestens nach Konsultation der Bedienungsanleitung ohne Probleme durchzuführen, hatte ich ganz klassisch letzteres übersprungen und ersteres eben falsch gemacht.

Das Ergebnis war ein grandioser Überschlag des roten Flitzers bei meinem ersten Versuch ihn abheben zu lassen. Was ich nämlich nicht bedacht hatte, es gibt zwei unterschiedliche Arten Rotoren. Die einen sind nach links angestellt, die anderen nach rechts!

Rotoren mit gleichem Anstellwinkel sind diagonal gegenüber zu finden. Lektion gelernt, nur leider zog sich Bob eine böse Prellung der Nase zu. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab in den letzten Wochen einige schöne Aufnahmen des Rousseau Park zu machen, bis er nun am Sonntag seine rote Nase verlor.

Windanfälligkeit

Dadurch, dass die Nase üblicherweise maßgeblich zur Aerodynamik der Drohne beiträgt, war Bob fortan etwas anfälliger für Windböen, was sich bereits beim letzten Video von Quartier 1.2 bemerkbar machte. Eine neue Nase musste her.

Dank Amazon traf seine am Sonntag bestellte Nase heute ein. Nach dem Lösen zweier Schrauben war die alte unvollständige Nase entfernt und die neue wieder angebracht. Bob ist wieder vollständig und windschlüpfrig wie eh und je.

Bob fast nackig

Bob mit defekter Nase.

 

Bebop 2 ohne Nase

So sieht Bob ohne Nase und Akku aus.

 

Parrot Bebop 2

Wiederhergestellt nach nur 5 Minuten OP und ganz ohne Betäubung

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Details zu Bob

Da ich inzwischen schon einige Anfragen zu Bob erhalten habe, hier Details zum kleinen Flieger.

Bei Bob handelt es sich um das Modell Bebop 2 des französischen Herstellers Parrot. Das Modell Bebop 2 hat schon einige Jahre auf dem Buckel und ist aktuellen Modellen anderer Hersteller haushoch unterlegen. Einzig mit dem neuen FPV (First Person View) Bundle kann Parrot diese Drohne momentan noch ganz gut verkaufen.

Bereits seit Jahren liebäugelte ich mit der Anschaffung eines solchen Spielzeugs, nur mangelte es mir an einem Anwendungsfall. Der anstehende Hausbau war dann eine gute Ausrede die Anschaffung mir selbst gegenüber zu rechtfertigen.

Für aktuelle Topmodelle, wie der DJI Phantom 4 Pro war ich schlicht zu geizig. 1.600€ und mehr würde ich nicht nur derzeit, eher ins Haus stecken, als sie potentiell an den nächsten Baum zu setzen. Auch meiner besseren Hälfte wäre diese Investition wohl eher schwer zu vermitteln. Daher schlug ich zu, als ich die Bebop 2 günstig bei ebay Kleinanzeigen fand.

Bobs Fähigkeiten

Bob wiegt 499g, ist mit einer 14 Megapixel Kamera ausgerüstet, kann 25 Minuten in der Luft bleiben und verfügt über einen Ultraschall Höhenmesser und GPS.

Gesteuert wird die Drohne dabei entweder über ein per WLAN verbundenes Smartphone oder Tablet (iOS oder Android) oder aber über den sogenannten Skycontroller. Während im Freiflug mit Smartphones oder Tablet bei rund 300m Entfernung üblicherweise Schluss ist, lassen sich mit dem Skycontroller auch 2 km überbrücken.

Da man nach geltendem deutschen Recht, durchgehend Sichtkontakt mit dem Flugobjekt halten können muss, bringen einem 2km Reichweite hierzulande nichts.

Neuerdings gibt es auch ein günstiges Flypad, welches aber keine Erweiterung der Reichweite bietet. Einzig das Vorhandensein von realen Knöpfen und Steuerungsknüppeln macht die Bedienung etwas intuitiver.

FreeFlight Pro und Flightplan

Für mich wichtigstes Feature von Bob ist die dazugehörige, kostenlose Software FreeFlight Pro. Über einen InApp Kauf erhält man Zugriff auf Flight Plan. Hiermit lassen sich ganz in Ruhe Flugpläne erstellen. Das Gleichzeitige steuern von Kamera und Kameraperspektive ist nämlich nicht ganz ohne und würde bei meiner Begabung zu noch weniger ansehnlichen Videos führen.

Mit Flight Plan kann man sich vorab Zeit nehmen den Flug zu planen. Vor Ort angekommen, kalibriert man nur noch kurz das GPS, lässt die Drohne abheben und überträgt den Flugplan per WLAN von Smartphone oder Tablet.

Wie man sieht, sieht man derzeit noch nicht so wirklich viel vom Rousseau Park, weswegen die Planung des Flugplans auch immer etwas Gefühlssache ist. Mal mit mehr und mal mit etwas weniger Erfolg.

Flight Plan in FreeFlight Pro

Hier sieht man einen Flight Plan, den man in Ruhe planen und dann vor Ort auf die Drohne überträgt.

Hat Bob seine Runde absolviert, kommt er zum Ausgangsort zurück und wartet auf weitere Befehle. Sieht man, dass irgendetwas schief läuft, kann man den Flugplan jederzeit unterbrechen, manuell eingreifen oder das unbemannte Fluggerät zurück zur Ausgangsposition beordern.

Während des Fluges sieht man durchgängig das Livebild der Drohne auf Tablet oder Smartphone.

Im Gegensatz zur Anleitung der Drohne, habe ich die Anleitung von FreeFlight Pro sehr genau gelesen. Deswegen ist mir ein kritischer Anfängerfehler erspart geblieben.

Das Übertragen des Flugplans bereits hier in Berlin würde unweigerlich dazu führen, dass Bob auf direktem Wege versuchen würde nach Ludwigsfelde zu fliegen. Das würde er ganz sicher innerhalb von 25 Minuten schaffen, nur eventuell nicht ohne eine Freileitung mitzunehmen oder andere Hindernisse zu touchieren.

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Foto und Videoqualität

Kommen wir zu den Schwächen der Bebop 2. Während die Flugeigenschaften und Flight Plan voll zu überzeugen wissen, ist das größte Manko der Drohne das feststehende Fisheye Objektiv.

Während HD-Videos noch ganz passabel aufgenommen werden, wobei der Bildausschnitt aus dem 14 Megapixel Bild sozusagen herausgeschnitten wird, fallen Fotos immer verzerrt aus dem Flieger.

Nach der Aufnahme muss also erstmal aufwendig entzerrt werden. Hilfreich hierbei ist, dass die Bebop 2 auch Bilder (4096 x 3072 Pixel) im RAW Format aufnehmen kann, was die Nachbearbeitung etwas vereinfacht.

Dennoch bleibt die Qualität weit hinter der anderer aktueller Drohnen zurück.

Unbearbeitetes Foto aus einer Bebop 2

Hier sieht man wie Fotos aus der Bebop 2 kommen. Handarbeit bzw. der Einsatz von passenden Tools ist angesagt.

Fazit

Wer sich mit dem Gedanken trägt den Baufortschritt seines Hauses mit einer Drohne festzuhalten, findet in der Bebop 2, wenn sie günstig erworben wurde, eine gute Lösung um Videos aufzunehmen.

Geht es um bestmögliche Foto- und Videoqualtität, sollte man inzwischen zu anderen Modellen, wie den älteren DJI Phantom 3 greifen. Diese verfügen über ein Gimbal für die Kamera und sorgen so für weit bessere Aufnahmen für ebenfalls weit unter 1.000€.

Mir wäre auch das noch immer zu viel Geld, weswegen ich mit unserem Bob sehr zufrieden bin. Mit seiner nun gerichteten Nase wird er uns und vielleicht auch dem Einen oder Anderen hier, bestimmt noch viel Freude machen.

In eigener Sache

Vielen Dank übrigens für die Spendenaufrufe, die kurz nach meiner Meldung bezüglich Bobs Problem. Die 8€ für Bobs neue Nase waren aber gerade noch im Budget.

Da ich auch diesbezüglich schon gefragt wurde: Wer sich generell für die in diesem Blog vorgehaltenen Informationen oder Videos erkenntlich zeigen möchte oder sich gut unterhalten fühlt, darf gerne vor der nächsten Amazon Bestellung, ganz aus Versehen auf eines der Amazon Werbebanner auf der rechten Seite klicken.

Damit erhalten wir einen Obolus, die eigentliche Bestellung wird dadurch nicht teurer.

Ziel der Werbebanner ist es, den Blog einerseits ansprechend, sicher und technisch aktuell  (was leider nicht ganz ohne Penunsen geht) und andererseits für uns kostenneutral zu halten.

Und nein, es muss niemand befürchten, dass wir dadurch Millionäre werden. 😉

4 Antworten

  1. Henric sagt:

    Sehr interessanter Bericht. Darf ich fragen, was Du bei Kleinanzeigen bezahlt hast?

    • John sagt:

      Hi Henric. Ich habe noch einmal nachgesehen. Es war eBay. Ich habe Bob dort von einem Händler für 269€ erstanden. Es gab auch ein Angebot von Privat für 240€. Ich entschied mich dann aber für die Gewährleistung.

      Wird es bald noch eine Bobette geben?

      • Henric sagt:

        Bock hab ich mega drauf. Früher hätte ich bei sowas nicht mal mit der Wimper gezuckt. Aber in Zeiten des Hausbaus, kann man das Geld überall besser gebrauchen.

        Hab mir vor Jahren einen RC Offroad Buggy (Savage) mit Verbrennungsmotor gekauft. Das Ding steht jetzt nur noch rum, und soll verkauft werden. Ich befürchte, dass es bei so einer Drohne genauso wäre. Von daher, sehr wahrscheinlich nein, Du behälst Deine Monopolstellung 😉

      • Henric sagt:

        Aber vielleicht darf ich mal dabei sein, wenn Du Bob fliegen lässt, das würde mich mal sehr interessieren.

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