Der Kamin

Hier hat sich unsere Meinung innerhalb von 18 Monaten zwei mal gedreht. Zuerst fanden wir ihn toll, dann erachteten wir den finanziellen und abstimmungstechnischen Aufwand für nicht mehr gerechtfertigt, um den Kamin dann inzwischen doch wieder ganz toll zu finden.

Im ersten Winter, direkt nach dem Einzug war es nämlich einfach toll zusammen auf der Couch dem Feuer im Kaminofen zuzusehen und dem Knistern und Knacken zu lauschen. Relativ schnell stellte sich dann aber heraus, dass auch ein absichtlich sehr klein dimensionierter Kamin sich dann doch durch eine erstaunliche Wärmeentwicklung auszeichet.
So kuschelig ein Kaminabend auch sein kann, bei knapp 30 Grad hört der Spaß dann langsam auf. Mein Kalkül, dass die Lüftungsanlage die Wärme dann schon im Haus verteilen würde, ging leider nicht voll auf, so dass die Fenster aufgerissen werden mussten, um noch halbwegs Luft zu bekommen.

Solange draussen keine Minusgrade herrschen, kann man die KWL zwar in den Partymodus versetzen, was die Lüfter auf Höchstleistung arbeiten lässt, so den Kreuzwärmetauscher maximal befeuert und über die Lüftung auch die Räume mittelbar über die Abwärme des Kamins beheizt. Der Effekt ist jedoch nicht so groß, dass man diesen massiv spüren würde, auch wenn man ihn messtechnisch belegen kann.

Schwierig wird es allerdings, wenn draussen Minusgrade herrschen. Unterschreitet die Außentemperatur einen bestimmten Wert (bei uns zuerst -5 nun -10 Grad) geht die Lüftungsanlage in den Pulsmodus. Hierbei wird durch getrenntes Betreiben der Lüfter dafür Sorge getragen, dass der Wärmetauscher nicht einfriert. Das ruft allerdings dann, wenn der Kamin in Betrieb ist den Unterdruckwächter auf den Plan und trennt die KWL gnadenlos vom Strom. Vorbei ist es mit der Wärmeumverteilung im Haus.

Inzwischen ist die Aussicht auf Kaminabende im kalten Nächten jedoch einer der schönsten Apsekte des nun langsam wieder näher rückenden Winters. Außerdem habe ich nun gelernt, dass man auch kleine Feuer machen kann, die zwar nett anzusehen sind, aber keine massiven Schweißausbrüche nach sich ziehen.

Ein Kamin kostet in jedem Fall ordentlich Geld und Platz, deswegen sollte man sich wirklich sicher sein, dass man so ein Ding haben möchte und nicht ohne kann. Wir würden den Kamin im nächsten Haus mit einem Außenschornstein planen, so dass der Kamin an einer Außenwand Platz finden kann. Schon verliert man weniger Platz und ist bei der Einteilung der Wohnfläche wesentlich freier.

Größenwahn

Erstmal im Haus angekommen, dürfte es dann doch an allen Ecken und Enden gerne größer sein. Kämen wir in die Situation noch einmal zu bauen, würden wir es eigentlich gerne etwas größer angehen. Wohlwissend, dass schon unser derzeitiges Haus für uns überdimensioniert ist.

Sollten sich aber irgendwann in der Zukunft doch alle Bundesbürger dazu entscheiden einen Euro auf unser Konto zu überweisen, würden dann das Haus und wohl auch das Grundstück ein wenig größer ausfallen, vorausgesetzt wir fänden ordentliches Personal für die Reinigung des Hauses und Pflege des Gartens. 😉

Fehler, die man auch noch machen kann

Fehler/Versäumnisse die wir nicht gemacht haben, die aber anderen Bauherren auf die Füße gefallen sind:

Strukturierte Verkabelung

Ich hätte es nicht gedacht, aber es gibt tatsächlich noch immer Baufirmen/Elektriker, die für ein Einfamilienhaus keine oder genau eine Netzwerkleitung vorsehen. Sicher benötigt man dank immer leistungsfähigerer WLAN- Standards und immer ausgereifteren Produkten nicht zwingend in jedem Raum eine Netzwerkdose und kommt gut mit WLAN klar. Wie man allerdings einem Bauherren guten Gewissens für einen Zweigeschosser genau eine Netzwerkleitung im Dachboden verkaufen kann, um dort einen WLAN Access Point zu betreiben, der natürlich nicht bis ins EG strahlt, ist mir schleierhaft.
Keine einzige Netzwerkleitung vorzusehen und darauf zu vertrauen, dass die FritzBox o.ä. das ganze Haus und den Garten abdecken wird, ist auch bei den kleineren Grundsrücken und Häusern im Rousseau Park eher ausgeschlossen.

Außenwasseranschluss

Ehrlich gesagt hätten wir diesen Fehler gemacht, wenn nicht unser Sanitärmeister während der Bauphase beiläufig in einem Gespräch darauf hingewiesen hätte. Wenn der Außenwasseranschluss nicht nur zum Füllen der Gießkanne genutzt werden soll und man später die Gartenbewässerung darüber betreiben will, benötigt man zwingend einen entsprechend groß dimensionierten Außenwasseranschluss, Verrohrung und Zähler. Oft, so auch bei Bau-GmbH Roth, sind nur 1/2 Zoll Anschlüsse vorgesehen. Diese begrenzen den Wasserdruck so stark, dass die Realisierung einer Beregnungsanlage zur Materialschlacht und entsprechend teuer wird. Weniger Druck bedeutet mehr Bewässerungskreise und somit ordentlichen Mehraufwand. 3/4 Zoll muss es sein, dann sind Probleme mit dem Wasserdruck für die Gartenbewässerung eher unwahrscheinlich. Wer ohnehin einen Brunnen plant und damit leben kann, dass Eisen und Mangan den Düsen der Beregnungsanlage das Leben schwer machen, muss sich darum natürlich keine Sorgen machen, hat dann aber auch schon an anderer Stelle ordentlich investiert.

Schlusswort

Es hat viel Spaß gemacht rund 200 Beiträge mit ca. 400.000 Aufrufen für bislang rund 150.000 Leser geschrieben zu haben. Hätte jeder einen Euro dagelassen, wäre die Planung für das nächste Haus bereits im Gange 🙂 🙂 🙂

Ich möchte allen Besuchern und insbesondere den Powerkommentatoren für das in der Regel positive Feedback danken. Ohne Feedback macht ein Blog nur halb soviel Spaß.

Doch seit dem Start dieses Blogs ist nicht nur unser Haus entstanden. Zusätzliche Aufgaben, wie Gartenarbeit bereichern nun unser Leben. Auch beruflich hat sich einiges geändert. Das ist der Hauptgrund weswegen es hier in den letzten Monaten so wenig zu lesen gab, obwohl es Material für zig Beiträge gibt und diese teils sogar schon in Teilen vorbereitet sind. Es mangelt einfach an Zeit, um diesen Blog mit angemessener Qualität zu füttern. Auch die gestzlichen Randbedingungen machen es schwerer einen Blog zu führen. Möchte man das einigermaßen rechtssicher tun, muss man weitere Zeit investieren.
Zeit, die mir inzwischen einfach fehlt. Aus diesem Grund werde ich heute auch die Email Adressen sämtlicher Abonnenten des Newsletters löschen. Vielen Dank für euer erwiesenes Interesse.

Sollte es von euch Fragen zum Bau und Leben im Rosseau Park, unseren Erfahrungen mit Bau-GmbH Roth oder einem der anderen Themen geben, die ich hier in den vergangenen Monaten versuchte zu beleuchten, schreibt mir gerne einen Kommentar oder sendet eine Email, ich bemühe mich zeitnah zu antworten und eure Frage aus meiner Sicht zu beantworten.

Euch viel Erfolg bei eurem eigenen Projekt!

2 Antworten

  1. Stefano sagt:

    Hallo John,
    vielen dank für dein Blog und für die Zeit die dahinter steckt! Ich war auf der Suche nach Infos über Loxone und habe einen Beitrag im Blog gefunden. Nach und nach habe ich auch andere Beiträge gelesen und in den meisten Fällen hatte ich den Gedanke „ach, da ist noch einer, der sich solche Fragen gestellt hat“ 😀

    Diesen Beitrag fand ich sehr hilfreich, weil es genau die Themen zusammengefasst hat, worüber ich mir ständig gedanke mache. Mit meiner Verlobte habe ich mich entschlossen, unser Haus zu bauen.
    Da wir in 2020 sind, finde ich es einfach angemessen Smarthome technik einzubauen und wie du schon geschrieben hast, nicht weil ich die Beleuchtung vom Handy aus steuern kann, sondern um sachen automatisiert geschehen zu lassen. Ich habe noch viele offene Punkte, der größte ist aber immer noch: KNX, Loxone, Crestron oder Control4? Bislang (das heißt bevor ich mich etwas umfangreicher mit Loxone beschäfitgt habe) war ich ziemlich davon überzeugt, den Weg KNX + Crestron zu folgen. Ein Kumpel kennt sich mit Crestron aus und würde mir dabei helfen. Die Grundprogrammierung würde aber eine Firma im Auftrag bekommen. Große Nachteile: Teuer + Abhängigkeit vom Programmierer. Nach viele Videos von „die Allroundbastler“ auf Youtube (ebenso geile Beiträge!) kam ich zu dem Gedanke, wo ich Loxone und vor allem die Programmierung in Config vielleicht doch bevorzüge. Mir jagd aber schrecklich Angst ein, dass es Loxone mal nicht mehr geben könnte, bzw. dass der MS den Geist aufgibt und man dann im Dunkel steht (da würde mich Madame gnadenlos umbringen). Sind solche Sorgen deiner Meinung nach begründet?

  2. John sagt:

    Hi Stefano, vielen Dank für die Blumen. Es freut mich, dass du hier hilfreiche Informationen finden konntest.

    Die Entscheidung für ein Produkt oder eine Lösung solltest du ganz klar abhängig von den Bedürfnissen deiner Familie machen. Dann ist ein wichtiger Aspekt, was du selbst für ein Typ bist.
    Bist du jemand mit einem Grundverständnis von Logik und ggf. Mathematik oder überfordert dich in der Regel bereits die Nutzung von Excel?

    Was gibt euer Budget her? Möchtet ihr die rundum sorglos Variante, um du dich nie selber kümmern willst/musst?

    In keinem Fall würde ich die Wahl für ein System davon abhängig machen, was ein Bekannter/Verwandter/Freund an Konfigurationskenntnissen hat! Du kannst dich einfach nicht darauf verlassen, dass dieser Ansprechpartner immer zur Verfügung stehen wird.

    Wie du es selber ja schon geschrieben hast: Nimm dir einen Profi mit ins Boot. Der Profi macht das täglich und verdient damit in der Regel seinen Lebensunterhalt. Der Profi kann ganz klar unterscheiden was sinnvoll ist und was ggf. eher Spielkram.
    Letztendlich möchtest du ein System haben, welches auch funktioniert, wenn du zwei Wochen auf Dienstreise bist. Tut es das nicht, werden deine Mitbewohner sicher recht schnell Beschwerde gegen das gewählte System einlegen, wenn es keinen Profi gibt, der die Anlage wieder zum Laufen bringt.

    Insbesondere wenn du eine Immobilie baust/kaufst spielen aber auch Gewährleistung und Dokumentation eine Rolle, die ein Profi halt machen wird und muss.

    Wähle einen Profi, der die auch den Zugriff auf die Parametrierung gewährt, so dass du das System selber anpassen kannst. Verzockst du die Config, wird der Partner die ursprüngliche Config einspielen und das System Luft wieder, Außer Spesen ist dann halt nix gewesen.

    Zum Thema Investitionssicherheit:
    Du kennst sicher das Sprichwort: Voraussagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.
    Genauso ist es mit Loxone. Niemand weiss, ob es das Unternehmen auch noch in 10 oder gar 20 Jahren geben wird. Wer weiß, ob Loxone irgendwann nicht in die Insolvenz rutscht oder von einem Mitbewerber geschluckt oder sonstwas wird. Das Gleiche Problem hast du natürlich auch bei anderen Mitbewerbern. Schreckliche Angst musst du meiner Ansicht nach deswegen aber nicht haben 🙂
    Bei KNX kann man sich wohl am ehesten sicher sein, dass es auch in 10 oder 20 Jahren noch Komponenten und KnowHow geben wird. Aber auch das ist keinesfalls sicher.
    Ziemlich sicher ist allerdings, dass die Bedeutung von klassischer Elektroinstallation auch in Wohngebäuden sinken wird.
    Ob die Steuerung dann eine SPS (wie Loxone), KNX/EIB oder gar irgendein CloudService übernimmt, können wir nicht wissen.
    Was bleibt sind die Leitungen, die im Haus verlegt wurden.
    Ist die Verkabelung einigermaßen zukunftssicher ausgelegt, wirst du so ziemlich jedes andere Bussystem für die Sensorik verwenden können (BWM, Taster, Temperaturfühler, usw. ,….) und so zum Beispiel auf KNX/EIB schwenken können. Und wenn nicht, dann gibt es zur Not halt Taster, die per parasitärer Spannungsversorgung und Funk funktionieren. Oder eben Technologien, die wir heute noch nicht kennen. Die Verbraucher werden wohl auch in Zukunft 230V bzw. 24V benötigen und haben Ihre Zuleitungen ohnehin bis in die Verteilung. Insgesamt ist die Entscheidung für ein proprietäres Produkt, wie Loxone sicher ein Risiko, wenn aber auch ein überschaubares.

    Dass der Miniserver so mir nichts dir nichts den Geist aufgibt ist tatsächlich nicht so wahrscheinlich, da es sich um eine SPS handelt, wie sie so ähnlich in diversen Industriebetrieben locker 20 oder 30 Jahre klaglos ihren Dienst versehen. In der Vergangenheit waren es eher die SD-Karten, die den Geist aufgaben, weil Nutzer wahnwitzigste Statistikvorlieben hatten. Hier gibt es aber einfache Mittel und Wege für den Notfall gewappnet zu sein, die ggf auch „Madame“ unter Anleitung bewerkstelligen kann (Ersatz-SD-Karte mit aktuellem Backup einstecken und den Miniserver booten lassen).

    Ich wünsche dir viel Erfolg für deine weitere Entscheidungsfindung und dein Projekt. Vielleicht lässt du mich ja irgendwann daran teilhaben, für was du dich letztendlich dann entschieden hast.

    Beste Grüße
    John

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