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Preisvergleich im Internet

Zurück im stillen Kämmerlein holten wir dann Preise aus dem Internet ein. Leider war unser inzwischen favorisierter Hersteller nur bei wenigen Onlinemöbelhändlern zu bekommen. Ein Anbieter teilte mit, dass der Hersteller den wir wählten, den Vertrieb über das Internet nicht mehr wünscht.

Dennoch erhielten wir Angebote, die um Größenordnungen unter den angeblich bereits rabattierten lagen.

Auch die Konditionen zu Lieferung und Zahlweise waren völlig in Ordnung für uns. Einzig das Anbringen der Möbel an die Wände, wäre unser Problem gewesen. Keine Herausforderung, die wir angesichts der potentiellen Einsparung gescheut hätten.

Wohlgemerkt, ging es bei den Preisunterschieden nicht um 5, 10 oder 20%. Ganze 60% lagen die Preise unter dem Angebot des offline Wettbewerbs. Wahnsinn! Da hält man gerne auch mal selber die Bohrmaschine.

Bereits bei unserem letzten Umzug haben wir einen Teil unseres Mobiliars online gekauft. Nach wie vor sind wir mit diesen Möbeln, die so, wie sie bei uns stehen, im stationären Handel damals 40% mehr gekostet hätten, noch immer sehr zufrieden. Bei Bestellung, Zahlung und Lieferung gab es keinerlei Probleme.

Zurück zum engagierten Verkäufer

Am Samstag nun ging es wieder nach Potsdam. Auf dem Smartphone der Angebotspreis für unser favorisiertes Mobiliar.

Als wir unseren Verkaufsberater endlich wieder entdeckt hatten, sah man ihm an, dass er sich freute, heute nun wohl Umsatz zu machen. Er bat uns an den Premiumberatungsplatz mit Flatscreen, um uns unsere Zusammenstellung noch einmal zu präsentieren.

Auf dem Weg dorthin konfrontierten wir ihn jedoch mit unserem Vergleichsergebnis. Zu unserer Überraschung blieb er völlig entspannt. Das hatten wir so nicht erwartet,

Am Premiumplatz angekomme, bauten wir dann, die aufgrund des niedrigeren Preises, üppigere Zusammenstellung aus dem Netz, virtuell zusammen.

In Summe lag das Angebot dann Welten entfernt von allem, was wir offline gesehen hatten. Zusammen mit dem Wissen, dass das Mobiliar auch ein paar Wochen länger im Lager bleiben kann, falls nicht nur das I.f.T. Hauske länger braucht als geplant, waren wir vollauf zufrieden. Das Anbringen der Möbel an die Wände des Hauses, welches bisher nicht einmal mit einer Bodenplatte glänzen kann, bot er uns für 150€ an. Diese Leistung hätten wir beim Onlineanbieter ja nicht erhalten.

Das Beste aber war, unser Verkäufer hatte nicht einmal mit der Wimper gezuckt. Klaglos und ohne das Angebot sehen zu wollen übernahm er den Preis des Internetanbieters. Was sagt uns das? Genau, die Schmerzgrenze hatten wir noch nicht erreicht. Aber wie sagt der Volksmund so schön: Leben und Leben lassen. Schließlich hatte uns dieser Mann beraten und unsere Vorstellungen durch seine Erfahrung bereichert.

Fazit

Mehrwertsteuererlass, geschenktes Geld und so weiter sind Augenwischerei. Gemacht für die Generation: Geiz ist geil. Wenn man die Preise in utopische Höhen schiebt, dann kann man natürlich ganz leicht erstaunliche Rabatte einräumen.

Dass ein Onlineanbieter ohne Ausstellung, mit niedrigen Betriebs- und Personalkosten, keiner Kundendienstabteilung, sowie kaum Werbung günstiger anbieten kann, als der stationäre Handel, liegt auf der Hand.

Dass die Betriebskosten der großen lokalen Möbelhäuser aber dazu zwingen, Ware mit mehr als 100% Preisaufschlag zu bedenken kann ich mir kaum vorstellen.
Zumal wir zumindest in zwei Möbelhäusern noch nicht einmal beraten wurden. Mit Floskeln wie: „Naja, da haben Sie dann aber auch was wirklich Gutes und das kostet halt.“ war es beraterisch dann auch schon getan.

Die Kundschaft dann noch mit Rabattaktionen zu ködern, die dank sogenannter Dauertiefpreise nicht greifen oder einen Bruchteil des Preisaufschlags abmildern, wirkt irgendwie nicht ganz ehrlich, wenn man es milde formuliert.

Aber vielleicht wollen wir alle ja auch angeschwindelt werden. Ich persönlich würde mich eher darüber freuen, wenn ich Ware zu einem Preis angeboten bekäme, der auch dem Wert des Produktes, zzgl. der Kosten des Händlers und einer gesunden Marge entspräche.

Aber leider hat sich hier wohl inzwischen auch das Vertriebskonzept von Einbauküchen durchgesetzt.

Letztlich würde es uns aber sicher schwer fallen unsere künftigen Möbel nur Anhand von Katalogbildern oder den Bildern im Netz auszuwählen. Zu viele Merkmale lassen sich online nicht erleben und bewerten.

Daher gaben wir dann auch dem Verkäufer in dem Möbelhaus den Vorzug, in dem wir auch beraten wurden. Für eine ordentliche Beratung und Service zahlen, zumindest wir, auch gerne ein wenig mehr.

Nachtrag

Am Samstag hatten wir uns noch gewundert, dass unser Verkäufer das Angebot des Mitbewerbs gar nicht sehen wollte. Am Montag nun erhielten wir eine E-Mail, in der er darum bat den Namen des Händlers preiszugeben.

Der Hausleiter wüsste gerne, wer einem die Kalkulation ruinieren würde, war die Begründung.

Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass es ist hier um reines Interesse geht. Nenne man es Paranoia, aber undenkbar ist es bestimmt nicht, dass ein bundesweit präsentes Möbelhaus mit entsprechendem Umsatz einigen Einfluss darauf hat, ob ein mittelständischer Möbelhersteller weiterhin einen kleinen Onlinehändler mit sicher wesentlich niedrigerem Umsatz beliefert.

Daher haben wir den kleinen Händler natürlich nicht verpfiffen.

 

7 Antworten

  1. Marius sagt:

    Mit Geld Ausgeben kann man nicht sparen, hat daran schonmal jemand gedacht?
    Lesenswert: http://m.taz.de/!5016344;m/

    • John sagt:

      Da hast du natürlich vollkommen Recht. Für mein Verständnis meint man damit heutzutage und bei dem aktuellen Zinsniveau ja auch eher das Bestreben mit möglichst wenig monetärem Aufwand zu konsumieren.
      Dennoch ein Interessanter Artikel.

  2. Flo sagt:

    Mal wieder toll geschrieben. Sehr löblich, den Internetanbieter nicht zu verraten auch wenn ihr dort nicht zuschlagt. Was beinhaltet euer neues Wohnzimmer? Deckt ihr euch komplett mit neuen Sachen oder nehmt ihr noch etwas aus der momentanen Unterkunft mit?

    • John sagt:

      Hi Flo, die Order jetzt beinhaltete nur „Wohnzimmerholz“. Die Masse wird wohl mitwandern. Nur die Küche wird noch aufgerüstet und eine neue Couch darf es dann auch noch sein.

  3. Clemens sagt:

    Welches Möbelhaus in Potsdam war das? Wenn man zufrieden ist, darf man auch Werbung machen, oder? bei uns steht demnächst auch ein größerer Möbelkauf an, von daher wäre das sehr interessant.

  4. Joel Lima sagt:

    Ich persönlich bin auch ein Fan von Möbeln, die garnicht als Möbelstücke gedacht waren, man sie jedoch dazu umfunktioniert hat. Das war jetzt wahrscheinlich ein wenig kompliziert formuliert xD.
    Beispielsweise habe ich einmal bei meinem Cousin, der sich in der Lebensmittelbranche selbständig gemacht hat, einige Kutterwagen wie diese hier in seinem Lager gesehen. Ich habe ein paar davon, die er nicht mehr gebraucht hat mit zu mir nach Hause genommen und benutze sie seitdem als „mobile Wäschekörbe“. Diese kann man nicht nur total praktisch, durch die angebrachten Rollen, durch die Wohnung schieben, sondern sehen auch noch wie ich finde sehr schick aus. Je nach Geschmack könnte man sie sich noch bemalen oder bekleben.
    Viele Grüße

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