Wieviel kann ich mit einer Zisterne sparen?

Hierfür benötigen wir noch die aktuellen Wassergebühren unseres Versorgers. In Ludwigsfelde, das im Versorgungsgebiet des WARL liegt, zahlt man gemäß dessen Satzung vom 01.01.2017 derzeit inklusive Steuer je Kubikmeter:

1,56€ für Trinkwasser
3,27€ für Abwasser

Hierbei wird die Menge des abzurechnenden Abwassers aus der Menge des bezogenen Trinkwassers abgeleitet. Hat man sich einen Gartenwassserzähler installieren lassen, zahlt man je Kubikmeter Trinkwasser, welches man zur Gartenbewässerung nutzt, nur die Kosten für das Trinkwasser. Man spart hierfür dann also 3,27€ brutto je Kubikmeter für Abwasser.

Natürlich sind wir alle schlaue Bauherren und haben für kleines Geld einen Gartenwassserzähler installlieren lassen. Somit zahlen wir je Kubikmeter Wasser aus der Zisterne, den wir zum Gießen unserer Botanik nutzen, nur 1,56€.

Möchte man das aus der Zisterne stammende Wasser als Brauchwasser für Toilette und Waschmaschine nutzen, benötigt man mindestens einen weiteren Wasserzähler. Dieser Abzugszähler gibt dann an wie viel Abwasser aus dem Wasser der Zisterne entstanden ist und in die Kanalisation eingeleitet wurde. Je Kubikmeter zahlt man hier dann weiterhin den üblichen Betrag für Abwasser. Eine Ersparnis entsteht nicht.

Damit man auf der Toilette im Sommer nicht auf einmal dumm dasteht, speist man die Zisterne dann möglichst noch mit Trinkwasser, sollte sie einmal leergelaufen sein. Hierfür wird dann ein weiterer Zähler fällig, damit nicht auch für das in die Zisterne eingeleitete Trinkwasser noch einmal Abwassergebühr fällig wird.

Sämtliche Leitungen, die Regenwasser führen müssen entsprechend markiert werden. Der Installationsaufwand übersteigt die Kosten für die reine Zisterne dann bei weitem. Überdies muss eine Anlage zur Brauchwassernutzung beim örtlichen Versorger angemeldet und dem Gesundheitsamt vor Inbetriebnahme angezeigt und von diesem abgenommen werden.

Selbst bei einem Vierpersonenhaushalt rechnet sich das nicht wirklich. Inbesondere wenn man an den beschriebenen Aufwand denkt, den man treiben muß.

Wie man sieht, lohnt sich die Regenwassernutzung für Toilettenspülung und Waschmaschine aus finanziellen Gründen kaum. Den Löwenanteil bei den Wasserkosten macht die Abwassergebühr aus, die aber dennoch anfällt. Teils muss dann dennoch auf Trinkwasser zurückgegriffen werden. Erst ab Haushaltsgrößen jenseits 6 Personen kommt man in Regionen, die halbwegs interessant werden. Die Ersparnis kann man dann in die Wartung der Anlage stecken 🙂

Vorsicht übrigens vor so manchem Zisternenrechner im Netz! Manche rechnen einfach mal auch eine Ersparnis für das Abwasser mit ein. Das ändert das Bild natürlich maßgeblich, hat aber nichts mit der Realität zu tun.

Ob die Gewissheit, dass man die Umwelt schont und kostbares Trinkwasser nicht verschwendet diesen Aufwand rechtfertigt, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

9 Antworten

  1. Eric sagt:

    Hi, hier mal eine günstige Alternative zur gekauften Zisterne :

    https://m.youtube.com/watch?v=sDWzp_mssLY

    Mit freundlichen Grüßen
    Eric

    • John sagt:

      Klasse Idee, Danke Eric.
      Bei uns kommt das allerdings nicht in Frage, da wir das Regenwasser ja versickern lassen müssen.
      Aus diesem Grund mangelt es uns dann an einem Regenwasserkontrollschacht.
      Für all jene, die einen solchen haben, eine super Sache.

      Gruß
      John

      • Eric sagt:

        Das ganze geht auch mit einem Revisionsschacht,den ihr auf jeden Fall benutzen könntet (wird am Ende des Videos noch erklärt).

      • John sagt:

        Oh, Danke. Im Endeffekt bestätigt er jedoch meine Auffassung. Im Jahr 30 Kubikmeter gespart, macht unter 50€ aus, wenn man ohnehin versickern lassen muss und daher keine Abwassergebühren auf Regenwasser zahlt. Insgesamt rechnet sich diese Variante aber wenigstens in absehbarer Zeit.

        Eine interessante Variante.

        Gruß
        John

  2. TT Baublog sagt:

    Hallo,

    meine Frage: Wenn ihr keine Zisterne verbaut, was macht ihr dann mit dem Regenwasser? Wir müssen das Wasser auf dem Grundstück behalten. Gibt es Alternativen zur Zisterne?

    VG
    T.

    • John sagt:

      Hi,
      naja, Alternativen wären Versickerungsrigolen (aus Kies oder Kunststoffteilen) oder Sickermulden.
      Das Problem ist meiner Ansicht nach ja, dass bei richtig fiesem Regen, die Zisterne im Nullkommanix voll ist und dir dann die Suppe zurück ins Fallrohr staut und (letztens auf einem Video gesehen) aus der Dachrinne schwappt. Oder du bindest hieran noch Rigolen an. Vom Kosten/Nutzen-Verhältnis her, bin ich derzeit nicht geneigt eine Zisterne im Garten zu versenken.

      Im Sommer, wenn du das Wasser gebrauchen könntest, ist das Teil dann auch noch ständig leer und du musst mit Trinkwasser auffüllen.

      Sobald wir mit den Bauarbeiten loslegen, werde ich mal einen Sickertest auf dem Grundstück machen und sehen was man denn so an Volumen für Tunnelrigolen bräuchte. Und wenn es um die Pflanzen und den Rasen geht, könnte ich mir derzeit tatsächlich einen Brunnen vorstellen.

      Gruß
      John

  3. TT Baublog sagt:

    Hallo,

    Danke für deine Antwort. Das wird für uns auch noch ein interessantes Thema. Versickerungsrigolen muss ich mir noch ansehen. Regenwasser von 200m² Dachfläche einfach so im Garten versickern lassen, stelle ich mir auch problematisch vor. Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen.

    VG
    T.

  4. Daniel sagt:

    Ein Brunnen lohnt sich fast immer.. es sei denn bis 60m Tiefe wurde kein Grundwasser gefunden (schniff.. so ist das bei uns).. wie auch immer, eine Zisterne halb legal betreiben spart dann auch beim Brauchwasser … 😉

    Wir investieren aber lieber in einen Enthärter, das spart zwar auch kaum Geld aber Nerven! Und die kann man schlechter beschaffen als Geld

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