Ringraumwas???

Ringraumdichtungen, gerne auch nach dem Marktführer in diesem Segement, Doyma-Dichtungen, genannt sorgen dafür, dass die Medien wasser- und gasdicht ins Haus eingeführt werden können. Während Gasdichtigkeit bei uns dank Lüftungsanlage wahrscheinlich als nicht der kritischste Punkt anzusehen ist, wäre bei dem Schichtenwasser, Wasserdichtigkeit schon ganz gut. Wobei da schon ordentlich Druck auf dem Schichtenwasser drauf sein müsste, um bei uns im Hauswirtschaftsraum rauszusprudeln.

Ringraumdichtungen

Ringraumdichtungen verschiedenen Durchmassers. Quelle: Hauff-Technik GmbH & Co. KG)

Egal, Ringraumdichtungen mussten her. Wenn nicht für die Glasfaser, dann doch zumindest für den Elektroanschluss.

Naiv wie ich war, dachte ich die bekommt man sicher vom ausführenden Elektro-Unternehmen. Nein, bekommt man nicht.
Vielleicht von den Stadtwerken? Nein, bekommt man nicht.
Dann von seinem eigenen Elektriker. Nein, bekommt man nicht.
Man gewinnt recht schnell den Eindruck, dass eigentlich niemand etwas damit zu tun haben will. Man könnte ja in Regress genommen werden, wenn dann doch mal Wasser aus der Hauseinführung sprudelt.

Also mussten wir uns selbst auf die Suche nach passenden Ringraumdichtungen machen.

DN100 meint nicht unbedingt 100mm

Auf der Suche nach Ringraumdichtungen mussten wir erstmal herausfinden wie groß die Teile denn sein müssten. Unsere KG-Rohre sind DN100 Rohre. Die Zahl hinter DN ist die Nennweite und bezeichnet dabei üblicherweise den Innendurchmesser eines Rohres. Also könnte man ja meinen, dass KG-Rohr in DN100 einen Innendurchmesser von 100mm hat. Aber weit gefehlt. Ein DN100 KG-Rohr hat in der Regel einen Innendurchmesser von 104mm!

Ringraumdichtungen, die mit DN100 bezeichnet sind, haben aber sehr wohl einen Außendurchmesser von 100mm! Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht.

Erste Anlaufstelle bei der Suche war natürlich erstmal der große Gemischtwarenladen namens Amazon. Nach Eingabe des Suchbegriffs: Ringraumdichtung war die Güte der Suchergebnis leider nicht so, wie erhofft.

Also ging die Suche weiter. Die Dichtungen des Marktführers (Doyma) zeichneten sich gegenüber denen des Mitbewerbs durch einen sehr hohen Preis aus. Letztlich schienen mir die Produkte der Firma Hauff zu wesentlich niedrigeren Kosten gut geeignet uns ausreichend vor Gas und Wasser zu schützen. Da wir keine verlässlichen Informationen bezüglich der Durchmesser, der einzuführenden Leitungen hatten, wählten wir eine variable Variante, bei der einzelne Gummisegmente aus der Ringraumdichtung herausgeschnitten werden können.

Da Hauff selber nicht an Endkunden liefert, bestellte ich bei der Gottwald Baustoffhandel GmbH, die einen aufgeräumten Onlineshop mit guten Preisen unterhält.
Neben der eigentlich Ringraumdichtung zu 37€ je Stück, die wie erwähnt dann 4mm zu klein gewesen wäre, musste auch noch ein Adapterring zu je 13,50€ her, der das Gesamtkonstrukt dann auf die benötigten 104mm brachte,

Ringraumdichtung DN100

Adapterring 100/104

Die Bestellung auf Rechnung klappte wie am Schnürchen und zwei Tage später war die Ware da.

Ringraumdichtung und Adapterring

Ringraumdichtung DN100 und Adapterring 100/104

 

Der große Tag

Am Mittwoch sollte sich dann herausstellen, ob das von uns beschaffte Equipment denn auch den Anforderungen der Versorger genügen würde.

Ein positives Indiz für uns war, dass Haase und Pollack, die ja ihre eigene Ringraumdichtung mitbrachten, für den Wasseranschluss am Montag genau die gleiche Ringraumdichtung mit Adapterring gewählt hatten. So schlecht konnte unsere Wahl also nicht gewesen sein.

Mehr dazu und zu den dazugehörigen Kosten folgt dann in den nächsten Tagen, sobald die Rechnung ins Haus geflattert sind.

7 Antworten

  1. Daniel sagt:

    Bei uns schreibt die WAZV (Also (Ab-)Wasserversorger) eine Mehrspartige Einführung vor, witzigerweise werden auf der Straße Gegenüber auch wieder KG-Rohre genommen. Entweder bekommen die Armen Bauherren noch ein Problem oder die WAZV sieht das, wie auch bei euch, nicht so eng.

    Wichtig zu wissen für alle die hier mitlesen: Habt ihr, wie wir, eine Mehrspartige Einführung, gebt den Versorgern UNBEDINGT bescheid, die Endmontage der Einführung erfolgt in der Regel vom ersten Gewerk (Also Frischwasser) und für die Dichtigkeit muss jedes Gewerk selber sorgen, wobei der Bauherr die Teile dafür stellt.

    Ob unsere dicht ist? KA, aber es sieht so aus 😀

    • Henric sagt:

      @Daniel, Deinen Hinweis verstehe ich nicht ganz. Wir planen auch, eine Mehrsparten Hauseinführung. Kannst Du das irgendwie nochmal anders/besser erklären 🙂

  2. Jule sagt:

    super Info John, vielen Dank.
    Als bei uns die Hausfinanzierung stand, brachte unsere Beraterin bereits die Mehrspartenhauseinführung mit auf die Liste. So dass sie bei uns mit geplant ist und demnach auch umgesetzt wird.
    Da es ja auch mit KG Rohren reicht, sind bei euch wenigstens nicht noch hohe Kosten dazugekommen.

    Bin gespannt auf die Abnahme. Daumen sind gedrückt.

  3. Manuel sagt:

    Hallo John,
    Erstmal ein Kompliment, das ist ein super informativer Beitrag wir bauen in Quartier 3.2 und beschäftigen uns seit Tagen mit Ringraumabdichtungen, da unsere Hausbaufirma den Notwendigen Mauerkragen stellt, aber nicht die Ringraumdichtung. Schön das es beim Wasser durch H&P gestellt wird, wie habt ihr das aber beim Stromanschluss gemacht?

  4. Vitali sagt:

    Hallo John,
    wo genau werden diese Ringraumabdichtungen eingebaut? Im HWR, wo die Rohre in der Bodenplatte verschwinden? Oder außen wo die Rohre in der Erde liegen?
    Danke und Gruß
    Vitali

    • John sagt:

      Hi Vitali,
      die Ringraumdichtungen werden üblicherweise innerhalb des Hauses verbaut. Besonders vorsichtige Bauherren sollen sie allerdings auch zusätzlich draussen mit verbaut haben lassen.

      Beste Grüße über die Streuobstwiese,
      John

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.