Parallel zur Suche nach einem geeigneten Partner zum Bau eines Hauses, starteten wir die Suche nach einem Grundstück ohne Bauträgerbindung. Anfänglich hatten wir angenommen, dass nur Grundstücke im südlichen Berlin schwer zu bekommen und teuer seien. Sehr schnell merkten wir, dass das Gleiche auch für Berlins Umland, den sogenannten Speckgürtel gilt.

Standortbestimmung

Mit dem Ziel ein Haus zu bauen mussten wir uns erstmalig aktiv mit dem Berliner Umland auseinandersetzen. Von welchen Orten kommen wir beide möglichst gut zur Arbeit, war die zentrale Frage.

Da wir beide in Berlin (Schöneberg und Friedrichshain) arbeiten, fiel der Norden von Berlin völlig aus. Auch der Westen, schied für uns aus. Der Gedanke uns täglich über Heerstraße, B96 oder B96a in die Berliner City durchzuwühlen erschien uns zu wenig erstrebenswert.

Östlich von Berlin wollten wir auch nicht, da von hier zumindest der Weg nach Schöneberg zu lang gewesen wäre.

Es blieb also nur noch der Bereich süd und südwestlich von Berlin. Mein persönlicher Favorit: Teltow mit guter Infrastruktur und S-Bahn-Anschluss an Berlin.

Der Speckgürtel ist zu fett

Mit der Wende und verschärft durch den darauffolgend einsetzenden Umzug der Regierung nach Berlin, wurden die Grundstücke im Umland von Berlin zur günstigen Alternative für Bauwillige. Inzwischen ist es allerdings sehr kostspielig und zudem sehr schwer ein Grundstück direkt an der Grenze zu Berlin zu bekommen.

Kleinmachnow und Teltow sind so gut angebunden, dass wenn man das Ortsausgangsschild übersieht, kaum mitbekommt, dass man soeben Berlin verlassen hat.

Dummerweise ist das auch anderen, nur eben wesentlich früher aufgefallen.

Großziethen wäre eine Alternative gewesen, zwar ohne S-Bahnhof, aber so nah an Berlin Rudow, dass man die dortige U-Bahn hätte nutzen können. (Bekanntlich hat die Berliner S-Bahn ja ohnehin ständig Probleme und fährt vor allem im Winter kaum 😉.)

Leider gab es hier während unserer Suche kein einziges verfügbares Grundstück.

Als einzig verbliebene Alternative mit guter Anbindung blieb die Gemeinde Mahlow-Blankenfelde. Hier gab und gibt es noch immer eine vielfältige Auswahl an Grundstücken mit und ohne Bauträgerbindung. Perfekt, wenn man bedenkt, dass auch Mahlow und Blankenfelde an die Berliner S-Bahn angebunden sind.

Wenn da bloß nicht der Fluglärm wäre

An einem schönen Sonntag im August klapperten wir diejenigen Grundstücke in Mahlow und Blankenfelde ab, die bei den bekannten Portalen als verfügbar ausgewiesen waren. Hier herrschte zum Zeitpunkt unseres Besuches rege Bautätigkeit. Keine 5 Minuten nachdem wir am angebotenen Grundstück im Musikerviertel angelangt waren, flog eine Passagiermaschine auf uns zu und über uns hinweg. Dabei produzierte sie so ohrenbetäubenden Lärm, dass wir uns, selbst im Auto sitzend, kaum noch verständigen konnten. Man hatte das Gefühl das Fahrwerk der Maschine anfassen, bzw die Profiltiefe der Räder messen zu können. Ein gemütliches Sonntagsfrühstück im Garten bei dieser Lärmkulisse kaum denkbar. Erstaunlich genug, dass viele Bauherren diesen Makel bereit waren in Kauf zu nehmen und munter bauten.

Zurück zu Hause bemühte ich dann einmal die Fluglärmprognose des BER. Diese führt für den Chopinring folgende Daten:

  • Überflughöhe: 310 m
  • Dauerschallpegel Tag 61 dB(A) und 54 dB(A) in der Nacht
  • Maximal 77 dB(A)

Dabei entsprechen 70 dB(A) in etwa einem laufenden Haarföhn. Wenn man dann noch bedenkt, dass dank logarithmischer Skala, 80 dB(A) bereits als in etwa doppelt so laut als der Vergleichs-Föhn wahrgenommen werden, entsprechen 77 dB(A) schätzungsweise dem Lärmpegel von 1,7 Föhns. 😂

Dann halt Großbeeren

Nächstes Ziel war dann Großbeeren, welches noch immer gut angebunden ist. Zwar keine S-Bahn, aber einen Katzensprung von Marienfelde über die B101 entfernt und mit einem Regionalbahn Bahnhof gesegnet. Dadurch, dass Großbeeren nordwestlich der Einflugschneise des Flughafens BER liegt, vom Fluglärm her voraussichtlich absolut in Ordnung. Doch hier gab es leider nur Grundstücke in Diedersdorf, welches zwar zu Großbeeren gehört, aber südwestlich in Richtung Mahlow und damit zurück in der Einflugschneise. Außerdem war uns dann doch etwas zu weit ab vom Schuss. Das sahen offenbar auch andere Suchende so, denn noch immer (01/2017) sind hier die Grundstücke zu haben, die wir schon im August nicht haben wollten.

Wie erweitern den Suchkreis für unser Grundstück

Sind wir bei Konzerten eher die Kandidaten für die erste Reihe, waren wir bzgl. des Grundstücks nun bereit eine größere Entfernung zu akzeptieren. Aber bitte innerhalb des Autobahnrings, den die A10 rund um Berlin bildet, auch wenn jenseits davon die Grundstückspreise massiv niedriger liegen als innerhalb.

Der Berliner Ring

Der Berliner Ring bzw. BAB 10

Ludwigsfelde

Damit kam nun Ludwigsfelde in unseren Fokus. Mit zwei Regionalbahnhöfen: Struveshof Richtung (Ost/West) und Ludwigsfelde City (Nord/Süd), der A10 mitten durch den Ort und 15 Minuten zur südlichen Stadtgrenze Berlins eine noch akzeptable Entfernung für uns. In Ludwigsfelde wird bzgl. Infrastruktur alles geboten, was man zum täglichen Leben braucht.

Hier stießen wir zuerst auf die Tamax, die in Ahrensdorf einige vollerschlossene, bauträgerfreie Grundstücke zum Verkauf anbietet. Mit 200€ den Quadratmeter allerdings nicht gerade zum Schnäppchenkurs und nur durch einen Erdwall von der Bahnstrecke und der L79 getrennt.

Dann war da noch der Rousseau Park.  Einen Blick auf die Website später, waren wir verliebt. Das städtebauliche Konzept sprach uns sofort an. Einzelne Dörfer mit einigen Grundstücken, getrennt von den anderen Dörfern durch Streuobstwiesen und einen öffentlichen Park. Wie sich später herrausstellte auch die Grundstückpreise für das Gebotene in Ordnung. Perfekt für uns, da wollen wir hin.

Skeptiker werden nun einwerfen, dass ein Grundstück in Ludwigsfelde ja mal nun so genau mitten in der Einflugschneise des BER liegt. Stimmt. Allerdings weiß die Fluglärmprognose hier mit folgenden Werten aufzuwarten:

  • Überflughöhe: 990 m
  • Dauerschallpegel Tag <52 dB(A) und <45 dB(A) in der Nacht
  • Maximal 68 dB(A)

In allen Bereichen also mindestens halb so laut als im Negativbeispiel Mahlow, da die Maschinen dann noch in der dreifachen Höhe unterwegs sind. Unserer Ansicht nach noch akzeptabel. Aber auch hier wird es die Zukunft zeigen.

Hier gibt es weitere Informationen zum Rousseau Park.

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1 Antwort

  1. Georg sagt:

    Ob der BER jemals eröffnet steht ja ohnehin in den Sternen 🙂

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