Am 2.2.2017 hatten wir nun unser Gespräch zur Entwurfsplanung mit Frau Börner. Glücklicherweise mussten wir nur zwei Wochen auf den Termin warten.

Voraussetzungen für die Entwurfsplanung

Als Hausaufgaben für die Durchführung des Gespräches hatten wir einen Vorabzug des amtlichen Lageplans vom Vermesser und das Baugrundgutachten einzuholen. Außerdem sollten wir uns Gedanken zum Grundriss machen.

Das Bodengutachten lag schon, mit bekannt durchwachsenem Ergebnis, vor. Für den Vorabzug wurde kurzerhand das Ingenieurbüro Leschke beauftragt, welches innerhalb nicht mal einer Woche lieferte.

Teil 1 – Zeitplanung und Baubiologie

Nachdem sich Frau Börner vorgestellt hatte, versorgte Sie uns mit Getränken für den auf 4 Stunden angesetzten Termin.

Nächster Tagesordnungspunkt war die Vorstellung des baubiologischen Konzepts. Bau-GmbH Roth beschäftigt eigens für diesen Aspekt einen Baubiologen als Projektleiter Wohngesundheit und garantiert die Erlangung des TÜV-Siegels „Schadstoffgeprüft“, unter anderem durch die Wahl schadstoffarmer Baustoffe. Außerdem gilt z.B. ein striktes Rauchverbot für alle Gewerke auf der Baustelle. Die Bauherren, deren Helfer und Freunde sind davon nicht ausgenommen! Kein Problem für uns, denn wir rauchen nicht.

Schön, wenn man vom Generalunternehmer ein schadstoffgeprüftes Haus mit Prüfsiegel bekommt. Doof, wenn die Bauherrschaft als Eigenleistung dann eine Wandfarbe voller Schadstoffe an die Wände klatscht oder Schadstoffe ausdünstendes Laminat verlegt.

Aus diesem Grund bekamen wir eine Erklärung zur Kenntnisnahme überreicht, dass Bau-GmbH Roth dann eben keine Gewähr mehr für die Erlangung des TÜV-Siegels übernimmt.

Dann erhielten wir einen groben Plan mit dem voraussichtlichen Zeitablauf. Der eigentliche Bau ist hiervon nur ein sehr kleiner Abschnitt. Den größten Zeitabschnitt nimmt, wie bereits befürchtet, die voraussichtliche Bearbeitungszeit des Bauantrages in Anspruch.

Teil 2 – Die Gründung des Hauses

Das Baugrundgutachten zu unserem Haus weist den Untergrund als ziemlich bescheiden aus. Just aus diesem Grunde hatten wir uns zusätzlichen Bodenaushub und Auffüllung mit Recycling anbieten lassen. Außerdem gefiel es unserem Vertriebsmann von Roth Massivhaus, Herrn Friedrich, eine größere Sandplatte anzubieten, die unsere Baugrundnöte wohl lindern sollte.

Falsch gedacht, Frau Börner eröffnete uns, dass statt des Streifenfundaments wohl eine Bodenplatte aus WU-Beton nötig sein würde. „WU-Beton“ ist einer der Begriffe, die Bauherren lieber nicht hören möchten. Ähnlich wie „Torflinse“ bedeutet „WU-Beton“ nämlich Mehrkosten.

Bei WU-Beton handelt es sich um eine spezielle, wasserundurchlässige Betonmischung, die auch für Keller verwendet wird, die aufgrund des Vorkommens von Schichtenwasser sonst besser weggelassen worden wären. Im Detail betrachtet ist der WU-Beton alleine gar nicht so teuer, vielmehr sind es die Abdichtungen für Leitungseinführungen, die potentiell hohen Drücken standhalten müssen und dadurch richtig zu Buche schlagen.

Wir hoffen nun, dass unser Bausachverständiger vom Bauherrenschutzbund hierzu etwas sagen kann.

Teil 3 – Grundrissplanung

Weiter ging es zu schöneren Dingen. Wir widmeten uns nun dem Grundriss des Erdgeschosses. Hier stellten wir zuerst mit Freuden fest, dass die Pläne, die vom Vertrieb kamen, falsche Maße aufwiesen. Mit Fehlern und Ungenauigkeiten können wir super umgehen, insbesondere wenn sie zu unseren Gunsten ausfallen.

Tatsächlich haben wir dadurch nun überall einige Zentimeter mehr, was uns ganz gut in dem Kram passt.

Eine große Herausforderung für uns war bereits vorher die Platzierung des Kamins. Irgendwo im Wohn/Essbereich sollte er hin. Möglichst nicht an die Außenwände, da das dann doof aussähe, hatte uns mal jemand gesagt. Glücklicherweise gibt es aber wohl neuerdings eine Vorschrift die besagt, dass der Schornstein, wenn er ein gewisses Maß vom Dachfirst entfernt liegt, nicht mehr höher als ebendieser sein müsse.

Dadurch ergab sich eine völlig neue Möglichkeit den Kamin doch in eine Ecke zu quetschen und damit nicht wertvolle Stellfläche für Wohnzimmermöbel und TV zu verschwenden.

Auch im Obergeschoss nahmen wir einige Anpassungen vor. Besonders lange dauerte es, bis unser Badezimmer so war, wie wir es gerne haben möchten. Das lag aber vor allem daran, dass wir während des Termins mehrmals umplanten. Nun sind wir mit dem Plan zufrieden.

Eine völlig unerwartete Problematik stellte sich uns dann auch noch in die Quere. So ist es notwendig in den Bauantragsunterlagen zwei Notrettungswege auszuweisen. Diese müssen mindestens 1,20m breit sein.  Also mussten wir deswegen noch unsere Fensterbreiten anpassen. Das allerdings sogar ohne Mehrkosten.

Ob allerdings die Feuerwehr, wenn es denn mal brennen sollte die Leiter anlegt, hochklettert, erstmal den Zollstock auspackt, nachmisst und dann sagt: „Ach, nur 1,10m. Hmmm, das ist ja jetzt irgendwie Schade. Los Jungs wir fahren wieder“ wagen wir zu bezweifeln.

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