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In den letzten Monaten ist auf dem Areal des künftigen Rousseau Park viel geschehen. Wo vormals nur Feld lag, rückte schweres Gerät an, um mit der Erschließung der ersten Bauabschnitte zu beginnen. Schließlich sollte bis Ende 2016, Bauabschnitt 3.1 fertig erschlossen sein. Einige Bauherren warten schon seit geraumer Zeit darauf, endlich Bauanträge stellen zu dürfen.

Der Bebauungsplan

Parallel wurde am Bebauungsplan gefeilt, der unter anderem sicherstellen soll, dass der Rousseau Park ein stimmiges Gesamtbild abgibt.
Hierin sind die Grenzen der baulichen und farblichen Gestaltung der Bebauung definiert. Ebenso enthält er Regeln zur Bepflanzung. Auch mein derzeitiges Lieblingsthema: „Regenwasserversickerung“ wird hierüber bestimmt.
Der eigentliche Bebauungsplan war bereits im August 2016 ausgehandelt worden und hatte anschließend die behördlichen Hürden zu nehmen.
Zuerst wurde der Bebauungsplan mit allen möglichen Behörden geteilt und auf Unzulänglichkeiten überprüft. In der Zeit vom 14.10. bis 15.11.2016 lag der Bebauungsplan dann zur öffentlichen Einsichtnahme im Rathaus Ludwigsfelde aus.
Kurz vor Ablauf der Frist fiel dann überraschenderweise auf, dass acht Feldlerchen Paare auf dem betroffenen Areal leben. Damit konnte der Bebauungsplan nicht mehr zum Ende des Jahres beschlussreif werden.
Zuerst musste sich nun um das künftige Wohl dieser 16 Vögel gekümmert werden. Die Möglichkeit Bauanträge zum Anfang des Jahres 2017 einreichen zu dürfen stand auf der Kippe.
Tragisch für Nachbarn, die den Kaufvertrag für ihr Grundstück bereits im Herbst 2016 geschlossen haben und nun Gefahr laufen im Herbst 2017 Bereitstellungszinsen zahlen zu müssen, da sie vielleicht erst im Sommer mit dem Bau beginnen dürfen.

Kleine Vogelkunde zur Feldlerche

Wikipedia weiß zu berichten, dass dieses, im Jahr 1998 in Deutschland zum Vogel des Jahres gekürte Federvieh als nicht gefährdet gilt. Kein Wunder, fühlen sich Feldlerchen wohl von Portugal bis Japan wohl.
Schätzungen gehen von einem europäischen Bestand von 40-80 Millionen Brutpaaren aus. OK, in Deutschland sollen es nur mickrige 2,1 bis 3,2 Millionen Paare sein, da leuchtet ein, dass man die Tierchen wohl versorgt wissen möchte.
Feldlerche from DAVID ILIFF. License: CC-BY-SA 3.0

Eigentlich sieht die Feldlerche recht intelligent aus. (Quelle: DAVID ILIFF. License: CC-BY-SA 3.0)

Da ich persönlich keinerlei Ahnung von der Feldlerche habe, fällt es mir schwer zu verstehen, dass diese Vogelart offenbar vollkommen rammdösig ist. Als Städter kenne ich mich eher mit Tauben und Raben aus. Diese beiden Spezies schaffen es jedoch, ich habe es selbst beobachtet, ohne weiteres größere Distanzen fliegend zurückzulegen. Das ermöglicht Ihnen dann an einem anderen Ort Brutpflege zu betreiben und Futter zu suchen, wenn es ihnen am alten nicht mehr gefällt.
Schade, dass Feldlerchen das anscheinend nicht hinbekommen. Nun muss die Callidus GmbH unter entsprechendem monetären Aufwand für eine Ausgleichsfläche in unmittelbarer Nähe sorgen.
Die Schaffung eines sogenannten Ersatzhabitats für Feldlerchen scheint nicht gerade einfach und günstig zu sein, wie man in diesem Bericht (Seite 12) lesen kann, der im Jahr 2014 im Auftrag des Landesbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege Berlin erstellt wurde.
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Wie geht es nun weiter?

Der Bebauungsplan muss nun wohl erneut zur Einsichtnahme ausgelegt werden. Glücklicherweise soll er wohl trotzdem schon ab 07.02.2017 die Planreife erlangen, was bedeutet, dass Bauanträge gestellt werden dürfen. Rechtskraft erlangt der B-Plan wohl aber erst im Herbst.
Erst ab dann darf voraussichtlich im schnelleren und zudem noch finanziell günstigeren Plananzeigeverfahren, um eine Baugenehmigung ersucht werden.
Obwohl wir später dran sind als die Meisten im Bauabschnitt 3.1, werden wir davon dann wohl auch nicht mehr profitieren.

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