Seit letzter Woche sind die Trockenbauer in unserem Haus zu Gange. Mit dem Einbringen der Dampfsperre hat sich das Klima im Haus maßgeblich verändert. Das Haus ist dicht und wir müssen nun lüften. Zeit unsere technische Bautrocknung zu starten.

Ciao, elektrisches Heizmobil

Letzte Woche Montag wurde unsere eigentliche Heizung in Betrieb genommen. Zwei Wochen Verspätung hatte sie. Und damit die Verspätung des Lieferanten nicht unseren gestrafften Zeitplan gefährdet, wurde ein Elektroheizmobil in Betrieb genommen.

Ein ganz schöner Energiefresser, der den Zähler hat ordentlich glühen lassen. Damit ist nun seit Montag vergangener Woche Schluss, das Estrichheizprogramm unserer Luft-Wasser-Wärmepumpe hat übernommen.

Dank bis dahin fehlender Dampfsperre und Dämmung über Obergeschoss war es dennoch nicht allzu warm. Positiver Nebeneffekt, die Feuchtigkeit konnte direkt über die Unterspannbahn des Daches abziehen. Lüften war keine Aufgabe für uns. Das änderte sich nun letzte Woche.

Bereits vor Baubeginn war für uns aber klar, eine technische Bautrocknung macht Sinn für uns. Am Freitag nun sollten die Geräte angeliefert werden. Dass die ganze Sache mich so in Rage bringen würde, hatte ich jedoch nicht erwartet.

So wünscht man sich Kundenservice. Nicht!

Am Mittwoch erhielt ich in Kopie den Speditionsauftrag vom Lieferanten. Dieser enthielt auch meine Handynummer und einen Hinweis mit der Bitte um vorherige Terminabstimmung an die Spedition.

Donnerstagabend erhielt ich dann auch den erwarteten Anruf von der Spedition.

Vielleicht kennt ihr das. Die ersten Worte bei einem Telefonat bestimmen über Symphatie oder Antiphatie. Kann man mit dem Gegenüber oder kann man nicht.

Der Disponent der Spedition war ein echter Profi, das stand fest. Nach zwei Worten war klar: Er hat Ware, der Kunde ist unwürdig und er lässt ihn das jetzt mal so richtig spüren.

Wie er das schaffte? Er startete wie folgt ins Gespräch:

Spedition „setze unverständlichen Namen der Spedition ein“, wir haben Ware für sie.

Ich erwiderte, toll, in welchem Zeitrahmen darf ich denn mit der Anlieferung rechnen?

Morgen zwischen 8 und 17 Uhr!

Ok, Danke und in welchem Zeitrahmen werden wir schätzungsweise beliefert?

Morgen, zwischen 8 und 17 Uhr!

Weiter eingrenzen können Sie das nicht?

Doch, machen wir aber nicht!

Das ist ja ärgerlich. Aber Sie rufen 30-60 Minuten vorher an, damit man nicht den gesamten Tag wie bestellt und nicht abgeholt rumsteht?

Nein, machen wir nicht!

Sagen Sie, ist das jetzt Ihr Ernst?

Ja, ist nicht bezahlt. Müssen se halt warten.

Ich ersuchte noch freundlich um Verständnis, der Disponent blieb jedoch hart. Ohne Abschiedsformel beendete er das Telefonat.

Damit war der Tagesplan für Freitag gesetzt. Vielen Dank, freundlicher Disponent.

Also bereitete ich mich auf den ersten Homeoffice Tag im neuen Haus vor.

Der Tag der Lieferung

Pünktlich um 8 Uhr stand ich auf der Matte und war hocherfreut, dass bereits ein LKW vor dem Haus stand. Leider enthielt sie die Küche von Nachbarn. Hier war gerade verkehrte Welt. Die Ware war da, aber die Bauherren nicht.

Ich begrüßte unsere Trockenbauer, die schon fleißig waren und sich die Trockenbauwand im Gäste-WC vornahmen. Dann schaute ich mir erstmal den beeindruckenden Aufbau eines Fertighauses von Nachbarn an. Seit 5:30 Uhr ging es hier hoch her und bis 17 Uhr sollte das Haus stehen.

Da es ungemütlich kalt war, verzog ich mich dann in unser Haus und suchte mir eine Ecke, in der ich mit dem Notebook arbeiten konnte. Leider ist LTE „im besten Netz“ noch nicht überall im Rousseau Park angekommen, so dass ich mein Smartphone gekonnt platzieren musste, um zumindest mit 3G unterwegs zu sein. Vorsorglich hatte ich mir auch noch Lesestoff mitgenommen, den ich durcharbeiten musste. Es gab genug zu tun, nur lieber hätte ich das halt zu Hause getan.

Gegen 14 Uhr räumten unsere Trockenbauer dann zusammen und verabschiedeten sich ins Wochenende. Von den Bautrocknern noch immer keine Spur. Ich vertrat mir ein wenig die Beine und schoss ein paar Fotos von Quartier 3.2 des Rousseau Park, in dem gerade eine Bodenplatte gegossen wurde. Auch hier geht es nun richtig los mit den Bauarbeiten.

Streuobstwiese zwischen Q3.1 und Q3.2 des Rousseau Park

Noch ist die Streuobstwiese nicht an die Eigentümer übergeben. Hübsch sieht sie aus, auch wenn ein Teich eigentlich nicht eingeplant war.

Rousseau Park Quartier 3.2 Blick Richtung Westen

Rousseau Park Quartier 3.2 Blick Richtung Westen. Bald stehen auch hier Häuser.

Noch einmal beim Fertighaus vorbeigesehen und ordentlich gestaunt wie schnell das geht. Hier wurde gerade eine Dönerpause eingelegt. Den mir angebotenen Döner musste ich ablehnen, da wir am Abend Besuch erwarteten. Es müsste halt nur langsam mal die Spedition anrücken. Also ging es hungrig zurück ins Haus. Gegen 16 Uhr, es war inzwischen ordentlich finster geworden, zückte ich das Handy und rief meinen Lieblingsdisponenten an.

Auch heute hatte er ganz offensichtlich miserable Laune.

Ja!

Guten Tag, ich bekomme heute Bautrockner von Ihnen geliefert, die zwischen 8 und 17 Uhr eintreffen sollten. Bisher gibt es von denen noch keine Spur. Wann darf ich denn mit dem Eintreffen rechnen?

Muss ick mal den Fahrer anrufen. Ick rufe zurück. Aufgelegt!

Es ist einfach schön, wenn man nett miteinander umgeht. Herzerfrischend dieser freundliche Herr am anderen Ende der Leitung.

15 Minuten später klingelte mein Handy, der Disponent des Schreckens am Draht:

Was wäre, wenn es erst morgen was werden würde….. ?

Wie werde ich wohl reagiert haben? An sich bin ich ein wirklich friedliebender Mensch, der eine erhobene Stimme als Eingeständnis eines Mangels an Argumenten ansieht. An diesem Abend nicht! Mein Gegenüber muss das Gefühlt gehabt haben ich stünde auf seinen Schreibtisch. Als ich meinen Monolog beendet und den Schaum vom Mund weggewischt hatte, erwiderte er lapidar.

Wird dann aber später. So ’ne Stunde anderthalb wernse noch warten müssen.

Ganz offensichtlich war er gegen solche Ansprachen bereits immun. Kein Wunder, treibt er seine Kundschaft ja auch gekonnt an die Grenze eines Wutausbruches.

Also wartete ich wieder. Das Fertighaus war inzwischen fertig aufgebaut und die Bauherren sicher schon zu Hause, um den gelungenen Tag zu feiern.

Wo isn dit?

Kurz vor 18 Uhr rief ich erneut an, nur um sicher zu gehen, dass man mich nicht weiterhin versauern lassen würde.

Der Fahrer kommt gleich zurück und lädt dann. So 15 Minuten später ist er dann bei Ihnen. Er ruft Sie dann an, wenn er losfährt.

Ich bin baff, wieso geht es jetzt mit dem Anruf? Wieso nicht gleich so? Und tatsächlich 10 Minuten später klingelt das Telefon. Der Fahrer erkundigt sich, wo er unser Haus denn finden würde.

Nur rund 20 Minuten später kreist ein Transporter durch Quartier 3.1 des Rousseau Park, fährt jede Straße entlang, nur nicht durch den Teil, wo unser Haus steht. Ich rufe ihn an und erkläre wo er sein Ziel findet.

Um 18:45 Uhr ist die Ware dann endlich abgeladen. Die Erklärungen des Fahrers, wieso heute alles so lange gedauert hat, welche Fahrzeuge heute kaputt gegangen sind und was er sonst noch so erlebt hat geht links rein und rechts wieder raus bei mir.

Mir ist kalt, ich habe Hunger. Zuhause wartet unser Besuch und ich möchte zumindest einen der Bautrockner noch in Betrieb nehmen, bevor ich nach Hause fahre.

Unterschrift geleistet, Transporter abgefahren und ich rolle die Gerätschaften ins Haus und einen davon ins Obergeschoss, wo wir inzwischen wirklich Sauna haben.

Anschließend ging es dann endlich ab nach Hause.

Bautrockner

Nach nur 11 Stunden des Wartens ist die Lieferung auch schon angekommen.

Bautrockner im Betrieb

Kurz noch einen der Bautrockner in Betrieb genommen und eine 90 Liter Wanne drunter gestellt. Jetzt kann es losgehen mit der Bautrocknung.

Telefonisches Avis war doch bezahlt

Am späten Freitag nahm ich dann nochmal Kontakt mit dem Lieferanten auf, wieso er es seinen Kunden denn so schwer machen und der Spedition so wenig zahlen würde. Er versicherte mir am Telefon, dass dem nicht so sei. In seinem Auftrag hatte er ja vermerkt, dass ein telefonisches Avis erwünscht sei. Einzig die nette kleine Spedition bei uns in Brandenburg hat das wohl anders gesehen.

Ich freue mich schon auf die Abholung!

3 Antworten

  1. Henric sagt:

    Keine schöne Geschichte, das tut mir leid, dass Dein freitag so im Eimer war. bei welcher Firma hast Du die Bautrockner denn nun gemietet (vermute ich)? Da überlegt man sich 2x, ob dann dort auch bestellt.

    VG

    • John sagt:

      Ja, das war echt ein vergeudeter Tag. Zur Bautrocknung kommt demnächst von mir ein getrennter Beitrag. Die Geräte kommen von https://klima.center/ Hier habe ich meinen Unmut auch schnell kundgetan und mit dem Geschäftsführer gesprochen. Der hat sich tausend Mal entschuldigt und dem Horrordisponenten ganz entschieden widersprochen, dass er zu wenig gezahlt hätte. Auch er hat sich inzwischen seinerseits über den Ablauf beschwert und für die Abholung wird er eine andere Spedition beauftragen. Das ändert zwar nichts daran, wie es gelaufen ist, aber zumindest wird nicht abgewiegelt und auf stur geschaltet. Ganz anders bei dem ….gesicht von Ansprechpartner bei der Spedition. VG zurück

      • Henric sagt:

        Hatte mir Deinen alten Beitrag nochmal angeguckt und auch die Seite gefunden. Obwohl die aus Bayern kommen, und dadurch der Transport teuer werden könnte, lohnt es sich, dort zu mieten und nicht im Berliner Raum?

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