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In einem früheren Leben habe ich einmal einen elektrotechnischen Beruf erlernt. Später verschlug es mich dann in die IT. Daher konnte ich auf keinen Fall zulassen, dass das Haus eine konventionelle und allein durch die Verdrahtung definierte Elektroanlage erhält.

Wieso ich das so doof finde steht im diesem Beitrag.Die Grenzen klassischer Elektroinstallation

Jedes Kind weiß, dass, wenn man in einem Raum einen Lichtschalter betätigt das entsprechende Licht angeht. Dafür, dass das so ist, hat irgendwann einmal ein Elektroinstallateur durch entsprechende Leitungsführung und Verschaltung in Abzweigdosen gesorgt.

Was aber kann ich tun, wenn ich zusammen mit der Deckenleuchte auf einmal auch eine Stehleuchte zusätzlich mit dem gleichen Schalter anschalten möchte? Nicht viel, wenn ich nicht die Wände aufstemmen will. Schalter und Leuchte sind fest miteinander verschaltet, das lässt sich nur durch eine Anpassung der Leitungsführung und Verschaltung ändern.

Das wirkt für mich nicht mehr angemessen, in einer Zeit wo immer mehr Aspekte des täglichen Lebens über Software bzw. Logiken bestimmt werden (können). Wer von uns möchte schließlich heute noch einen Brief  mit der Schreibmaschine tippen? Eine einzige Änderung und der ganze Brief muss nochmal getippt werden. Neeee!

Stattdessen nutzen wir die Textverarbeitung unseres Vertrauen, editieren munter drauflos und wenn alles passt, speichern wir es und drucken das Dokument aus. Müssen wir, auch Monate oder Jahre später, etwas am Dokument ändern, brauchen wir den Brief nicht neu tippen, wir ändern einfach das gespeicherte Dokument. Meiner Ansicht nach muss so auch die Elektroanlage in einem Neubau funktionieren.

Übertragen auf eine moderne Elektroinstallation bedeutet das, dass alle Verbraucher (Steckdosen, Leuchtenauslässe, usw.) mit einer eigenen Leitung zentral zur Verteilung geführt werden.

Smart Home – Lässt sich doch später drahtlos nachrüsten…

Stimmt. Datenübertragung mittels Funk ist toll. Das moderne Leben ohne WLAN, LTE, NFC und RFID kaum vorstellbar. Für die Hausautomation kommen neben WLAN auch Bluetooth, ZigBee und andere Standards zum Einsatz.

Dumm ist leider, dass Funksignale mit wachsender Entfernung immer schwächer werden. Bestimmte Baustoffe können von Funkwellen überhaupt nicht oder nur sehr schlecht durchdrungen werden. Dann sind Funksignale auch noch anfällig für Störungen durch andere Funksignale bzw. besser formuliert, andere elektromagnetische Strahlung. In vielen Wohnungen ist es schon eine Herausforderung in jedem Winkel WLAN-Empfang zu haben. Richtig schlecht ist es dann, wenn man nicht wie geplant das Licht an oder ausschalten kann, weil der WLAN-Router gerade zickt oder der laufende Mixer das ZigBee Signal übertönt.

Funklösungen können für Nachrüster sicher eine gangbare, wenn auch nicht unbedingt günstige Lösung darstellen. Bei einem Neubau auf funkbasierte Lösungen zu setzen halte ich jedoch nicht für sinnvoll. Auch wenn neuere Entwicklungen wie Geräte, die Mesh-Netzwerke aufbauen und damit die Reichweite und Ausfallsicherheit von Funknetzen erheblich verbessern. Die Zuverlässigkeit und Flexibilität von Kupferleitungen ist kaum zu schlagen.

Gutes Beispiel hierfür: Der klassische DSL Anschluss, der über die ollen und ungeschirmten zwei Kupferdrähte, die schon vor 50 Jahren in oder auf der Wand lagen, zeigen was auch nach Jahrzehnten noch mit Leitungen angestellt werden kann. Selbst wenn sie ursprünglich nur zum Telefonieren mit einer analogen Telefonleitung gedacht waren. Heute laufen hierüber mehrere gleichzeitige Telefonate und mehr als 100 Mbps.

Und da die Übertragung von elektrischer Energie an Verbraucher, wie Leuchten oder Steckdosen sowieso noch über Leitungen erfolgen muss, kann man dann auch die Bedienelemente mit Leitungen anschließen.

Das Hauptargument für Hausautomation: Intelligenz

Ich gebe zu, die Möglichkeit, zusätzlich zur Deckenleuchte auch die Stehleuchte mit dem selben Schalter anschalten zu können ist nun nicht besonders spektakulär.

Was aber, wenn ich einen Taster an der Haustür habe, mit dem ich sämtliche Leuchten im Haus auf einmal ausschalten kann? Laangweilig.

Oder einen Paniktaster neben dem Bett, den man betätigen kann, um sämtliche Lichter im Haus anzuschalten? Gäähn.

Was wäre, wenn das Licht beim Toilettengang automatisch angehen würde. Und beim nächtlichen Toilettengang dann eben nicht auf 100%, sondern nur stark gedimmt erstrahlen würde. Ganz nett.

Die Weihnachtsbeleuchtung würde nach Sonnenuntergang eingeschaltet, ohne dass man Zeitschaltuhren oder Funksteckdosen dazwischen geschaltet hat. Ganz praktisch vielleicht.

Wenn alle Bewohner das Haus verlassen haben, werden alle Steckdosen, bis auf Kühlgeräte und Sat-Receiver vom Netz getrennt, die Rolläden fahren bei Sonnenschein automatisch herunter und dann wieder hoch, wenn wieder jemand nach Hause kommt. Das wäre schon ganz schön smart.

Wenn man dann noch bedenkt, was dank Smartphones und der Integration digitaler Assistentensysteme, wie Siri oder Alexa auch per Sprache möglich ist und sein wird…..

Wer nun noch nicht kopfschüttelnd die Hände vors Gesicht hält, sollte sich überlegen, ob das Thema Hausautomation nicht auch ein Thema für sich selbst ist. Wenn das Haus erstmal fertig ist, wird man sich kaum noch einmal dazu durchringen die Wände aufzuschlitzen, um Leitungen neu verlegen zu lassen usw.

Der Phantasie sind bei einem prallen Geldbeutel keine Grenzen gesetzt. Zumindest an Phantasie mangelt es uns nicht, also gehen wir das Thema Hausautomation an. Nur welches System soll man verwenden? Und wie kann man es hinbekommen, dass es wirklich jeder bedienen kann?

Themen für zukünftige Beiträge

 

4 Antworten

  1. Inga sagt:

    Auf diese Beiträge warte ich gespannt!

  2. Jörg sagt:

    Hi John,
    super Blogpost!!! Scheinst dich mit den selben Themen (Loxone, LoxBerry, etc.) zu beschäftigen wie ich… Vielleicht können wir uns ja mal austauschen, würde mich sehr freuen!

    Grüße
    Jörg

    • John sagt:

      Hi Jörg,
      vielen Dank. Das Lob kann ich nur zurückgeben.
      Tasächlich scheinen wir thematisch einige Überschneidungen bis auf Postniveau zu haben.

      Austausch immer gerne.

      Grüße
      John

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