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Was wir heute anders machen würden

Gute Planung, schlechte Planung

Mit einigen Monaten Verspätung hier nun die Liste mit Dingen, die wir meinen gut gemacht zu haben und jenen, die wir nun anders machen würden. Schon in den ersten Monaten stellte sich heraus, ob das was wir seinerzeit planten und realisieren ließen, sich denn auch in der Realität bewährt.

Im Großen und Ganzen freuen wir uns sagen zu können: Ja, das hat es und soviel würden wir gar nicht anders machen wollen.

Was wir richtig gemacht haben

Die Entscheidung für Roth Massivhaus

Zugegeben bei uns ist so ziemlich alles glatt gelaufen was nur glatt laufen konnte. Vom Verkäufer (Herrn Friedrich) über den Finanzierungberater (Roth Finanz), den bauvorlageberechtigten Entwurfsverfasser, unsere Planerin, den Bauleiter und die meisten Gewerke wurden wir rundherum richtig gut beraten und betreut. Alle waren nett, freundlich und hilfsbereit. Natürlich dauerten manche Dinge mal etwas länger und manchmal waren Dinge doch nicht ganz so, wie man als Bauherr meinte, dass sie sein müssten/sollten. Aber alles ließ sich im Gespräch regeln und zu unserer Zufriedenheit lösen.
Die Gewerke mit denen wir wegen Wartung, Entstörung oder Erweiterungen noch immer zu tun haben, sind noch immer tiptop in Ordnung und im Falle eines Problems umgehend zur Stelle.

Einzig die von uns anders erwartete Oberfläche der Treppe und die olle Insektenschutztür (siehe unten) geben Anlass zur Klage.

Wenn wir nochmal bauen würden, wir würden wieder noch immer Roth wählen und das sagt glaube ich alles aus.

Ein Projektleiter

Unser Meinung nach ist neben einem kooperativem Unternehmen aber auch ein Projektleiter aus dem Kreise der Bauherren von Nöten. Diesem obliegt es, allen Beteiligten im Nacken zu sitzen, nachzufragen, hinterherzutelefonieren, eben den Fortschritt des Projektes von Auftraggeberseite zu unterstützen. Bauherren, die nicht ständig hinterher sind, nerven und auch mal doofe Fragen stellen, gehen unserer Erfahrung nach einfach unter und sind letztlich später im Haus als diejenigen, die sich kümmern.

Und wenn sich die Bauherrschaft nicht sichtbar für den Fortschritt des Bauprojektes einsetzt, wie wahrscheinlich ist es dann, dass chronisch mit Aufträgen überlastete Gewerke sich bemühen den Plan einzuhalten?
Natürlich ist auch die Art und Weise der Kommunikation ein Schlüssel zum Erfolg. Mal ehrlich, wer von uns reisst sich schon für einen unsymphatischen Meckerfritzen den Allerwertesten auf oder macht auch mal ’ne Stunde länger?

Wir haben während der Bauzeit den Eindruck gewonnen, dass es eine gute Entscheidung war, dass einer von uns immer informiert, ansprechbar, präsent und nervig war. Lieber einmal mehr nachfragen, als einmal zu wenig. Details erfragen, weil Dinge sonst anders laufen, als man es sich wünscht. Nicht von oben herab auf den vermeintlich doofen Handwerker einmeckern, nur dewswegen weil man im Berufsleben eine große Nummer ist, auf der Baustelle ist der Bauherr der Wicht und in der Regel derjenige, der am wenigsten Ahnung hat. Nicht gleich auf den Pudding hauen, wenn es nicht so läuft, sondern kooperativ auf die Handwerker zugehen.

Machen wir uns nichts vor, diesen Job sollte die Person im Haushalt machen, die die längere Zündschnur hat! Und natürlich ist dieser Zusatzjob zeitintensiv und anstrengend, aber es lohnt sich.

Das Grundstück im Rousseau Park

Wir finden den Rousseau Park noch immer super und leben sehr gerne hier. Auch Ludwigsfelde hat unsere Erwartungen bisher voll bestätigt. Spätestens wenn man ohne Navi zu Hornbach und zurück findet, weiss man, dass man in LU angekommen ist.
Schade ist, dass der öffentliche Park, der den RP umschließt und durchzieht so lange auf sich warten ließ und nun wohl zum Oktober endlich eröffnet werden wird.

Insbesondere für Hundehalter ziemlich unangenehm, da sie gezwungen sind ihre Gassirunde entlang der teils schon bewohnten Häuser zu drehen. Das führt auch schon zu ersten Verspannungen im RP, denn nicht alle Hundehalter nehmen das mit, was ihr Hund da so an Geschäften hinterlässt. Doof ist nur, dass selbst pflichtbewusste Häufchenentferner unter Generalverdacht stehen und argwöhnisch beäugt werden.
Die Streuobstwiese im Übrigen ist für Hunde tabu. Tatsächlich aber scheint bislang, zumindest die Streuobstwiese 3, nichtmal von den Kindern besonders gern genutzt zu werden. Fußballspielen und Fahrrad- Flashmobs machen auf der Straße eh viel mehr Spaß.

Nachbarschaftlich ändert sich nach der Bauphase natürlich viel. Konnte man vorher im Kollektiv über Zeitverzug am Bau, baubehinderndes Wetter, ausufernde Kosten und Handwerker schimpfen, liegt der Fokus nun eher auf dem vermeintlichen Fehlverhalten der Nachbarn oder Durchreisenden.

Besonders beliebte Themen bislang sind:

Alle Themen, ausgenommen vielleicht von der Bestimmung der Tierart anhand von Kotfotos, haben ihre Berechtigung und müssen natürlich besprochen werden. Nur leider geht in der Kommunikation über nebenan.de manchmal die sachliche Distanz und Höflichkeit verloren. Im direkten Kontakt allerdings ist man sich wohlgesonnen und freundlich gestimmt. Es ist eben so, wie auf anderen Plattformen. Steht man sich nicht persönlich im Gespräch gegenüber, fehlen Mimik und Gestik und schon greift man etwas tiefer in die Schimpfwortkiste und hofft auf Anerkennung im Form von Likes oder Danke.

Wer also meint auf dem Dorf würde es langweilig werden, der irrt. Der Rousseau Park ist, trotz einiger Ecken und Kanten ein wirklich lebenswerter Ort, an den wir nach der Arbeit sehr gerne zurückkehren.

Heimautomation aka. Smarthome = Loxone

Jeden einzelnen Tag freue ich mich wie ein Schneekönig darüber, wie gut und automatisch das Alles funktioniert. Und das Beste: Selbst der WAF (Woman Acceptance Factor) ist gut. Leider ertappe ich mich inzwischen immer wieder dabei zu vergessen, das Licht an- und auszumachen, wenn wir irgendwo zu Besuch sind. Mit etwas mehr Erfahrung rund um Loxone und einigen Optimierungen macht das System richtig Spaß, spart uns Zeit und bringt uns einen richtigen Mehrwert.
Bedenken ,die ich selbst hatte und auch in den Kommentaren zu finden waren, dass der Loxone Tastenstandard total unintuitiv wäre, so dass Kinder das Licht nicht anbekommen würden, haben sich als völlig unbegründet herausgestellt. Einzig, dass ein Smarthome den Stomverbrauch senken würde kann man unserer Erfahrung nach getrost ad acta legen.

Schon allein die Netzteile des Smarthome Systems treiben den Stomzähler gut voran.

Auch meine Vorurteile bezüglich Sprachsteuerung habe ich inzwischen überwunden: „Alexa, lass die Sonne ein“, was die Jalousien im Haus auf Zuruf öffnet, erfreut mich Sonntags im Bett liegend noch immer sehr.

Enthärtungsanlage aka. Weichwasseranlage

Auf jeden Fall eine sehr gute Entscheidung gewesen. Kaum auszudenken wie unsere Armaturen und Geräte inzwischen aussähen. Das nicht enthärtete Gartenwasser zeigt an Zaun und Gerätehaus den eklatanten Unterschied zwischen 6 Grad dH und 23 Grad dH (Quelle: WARL). Kaum zu glauben wie aggressiv solch hartes Wasser ist!

In diesem Jahr habe ich erstmalig BWT Sanitabs in die Anlage eingefüllt, diese Salztabletten sorgen für eine Desinfektion der Enthärtungsanlage und sind eigens für diesen Zweck gedacht, also auch gesundheitlich unbedenklich. Einmal pro Jahr eingefüllt, mus man sich nicht sorgen, dass das Trinkwasser zur Keimplörre wird.

Zentrale Lüftungsanlage (KWL)

Wir sind sehr zufrieden. Tiere und Geräusche bleiben draussen. Feuchte Luft geht raus, die Wärme bleibt und frische Luft kommt rein. Mag sein, dass die im Standard bei Roth enthaltene Fensterfalzlüftung zumindest für den Basisluftaustausch hinreichend ist. Wir sind der Meinung, die KWL ist besser. Das Stimmungsbild von Nachbarn bzgl. der bei Ihnen verbauten dezentralen Lüftungsanlagen (z.B. Lunos) fällt dagegen eher vernichtend aus. Inbesondere die Geräuschdurchlässigkeit und Geräuschentwicklung der einzelnen Lüfter trifft hier auf wenig Gegenliebe, weswegen leider einige Nachbarn wieder auf das wenig energieeffiziente, manuelle Lüften ausweichen.

Lärmempfindliche Bauherren sollten mit dem Gedanken spielen eine KWL zu wählen. Im Rosseau Park ist es meiner Ansicht nach nicht wirklich laut, dennoch gibt es einige Lärmquellen, die sanfteren Gemütern die Nachtruhe verhageln könnten. Mit einer KWL können die Fenster geschlossen bleiben und dennoch erstickt man nicht im Schlafzimmer.

Eine Lektion in diesem Zusammenhang, die wir erst kürzlich gelernt haben: Das im Kreuzwärmetauscher entstehende Kondenswasser der Lüftungsanlage wird dem Abwasser über einen Trichter zugeleitet, der seinerseits durch einen Geruchsverschluss dafür sorgt, dass es nicht übel riecht. Im Sommer kommt kein Kondenswasser zusammen, weswegen der Geruchsverschluss eben nicht mehr das tut, was er soll. Hätte uns das jemand bei der Einführung gesagt, hätten wir uns nicht tagelang wundern und Brechreiz im HWR unterdrücken müssen. Einfach einen Schluck Wasser rein und der frische Duft ist zurück.

Und noch eine Lektion, die wir gelernt haben. Den aktiven Sommerbypass (rund 800€ Mehrpreis), der im Sommer dafür sorgen soll, kühle Außenluft zur Kühlung des Hauses am Wärmetauscher vorbeizuschleusen, hätten wir uns sparen können.

Zum Einen, weil die Waterkotte KWL ohnehin einen Sommerbypass hat, dessen einziger Nachteil gegenüber dem aktiven ist, dass man irgendwo im Haus ein Fenster ankippen muss. Zum Anderen, weil der Effekt eher gering und keine Kühlwirkung festzustellen ist. Einzig, dass das Haus sich nicht auch noch in der Nacht durch die KWL aufheizt, mag hier hilfreich sein.

Nach einem Jahr hatte einer der Lüfter einen Lagerschaden, weswegen dieser fiesen Lärm machte und über die Gewährleistung getauscht werden musste

Luft-Wasser Wärmepumpe

Über wenige Aspekte habe ich mir vor dem Bau so sehr den Kopf zerbrochen, wie über die Entscheidung welche Heizung wir denn wählen sollten. Statt der präferierten Sole-Wärmepumpe mit Tiefenbohrung, wurde es letztlich eine LWWP. Hauptkritikpunkt für uns ist die Geräuschentwicklung. Diese ist allerdings nur dann nervig, wenn man gerade im Hauswirtschaftsraum werkelt. In den Aufenthalts- und Schlafräumen ist davon nichts zu hören. Dafür war sowohl im letzten, als auch diesen Sommer die Kühlfunktion Gold wert.

Trotz ganzjähriger Wohlfühltemperatur (Heizen im Winter, Kühlen im Sommer) in allen Räumen, keinen Abstrichen beim Warmwasser und ohne irgendwelche speziellen Optimierungen hatten wir für 2018 in Summe 746€ an Energiekosten für die Heizung auf der Uhr. Das liegt inklusive Wartung unter den Kosten, die wir in unserer 33% kleineren KfW-55-Wohnung zu tragen hatten. Ich denke das spricht für sich. In diesem Jahr könnten wir diesen Wert noch unterbieten, mal sehen wie sich der Herbst entwickelt.

Der Verbrauch einer „Erdwärmepumpe“ wäre natürlich noch einmal merklich niedriger, hätte uns aber auch mehr gekostet. Wer trotz der Diskussion um eine CO2 Steuer noch daran denkt eine Brennwerttherme verbauen zu lassen, sollte evtl. noch einmal in sich gehen.

Auch die Zuverlässigkeit unserer Heizung kann nach 18 Monaten als gut bezeichnet werden. Einzig das Dreiwegeventil, welches dafür Sorge trägt, dass zwischen Fußbodenheizung und Warmwasserbereitung umgeschaltet wird, hat sich nach 12 Monaten verabschiedet. Nach dem Tausch des Ventils und vorsorglichem Einbringen von Glykol in den Heizkreis, läuft das Ventil wieder wie geschmiert.

Handtuchheizkörper mit Elektroheizpatrone

So ein energieeffizientes Haus ist schon was Tolles, aber im Winter könnte es im Bad doch gerne mal kuscheliger sein. Zumindest bei uns ist deswegen im Winter der Handtuchheizkörper in Aktion. Hätten wir diesen, wie im Standard vorgesehen, an die Fußbodenheizung angebunden, wäre die Heizleistung des Handtuchheizkörpers lachhaft.

Daher unbedingt einen Handtuchheizkörper mit Elektroheizpatrone (Aufpreis damals knapp 300€) aufmustern, wenn eine Wärmepumpe im Haus sein wird. Dank Loxone und schaltbarer Steckdose, wird unser Heizkörper beim Unterschreiten der Wohlfühltemperatur an Werktagen, zwei Stunden vor dem Weckerklingeln angeworfen und geht 30 Minuten nach dem Aufstehen wieder aus.
Nichts auszudenken wir hätten keinen E-Heizkörper. Die Verbrauchskosten hierfür (ca. 12€ pro Jahr) halten sich dank der kurzen Laufzeit übrigens absolut im Rahmen, da wir damit nicht das Bad aufheizen, sondern einzig die Strahlungswärme nutzen.

Was wir anders machen würden

Dennoch gibt es einige Dinge, die wir nun anders machen würden:

Steckdosen

Wir haben Steckdosen an Stellen wo wir sie nicht brauchen, dafür aber zum Ausgleich keine Steckdosen, da wo man welche gebrauchen könnte.
Ganz klare Fehleinschätzungen von uns. Am meisten fehlte uns eine Steckdose direkt im Eingangsbereich unter dem Lichttaster. Genau der Platz, der prädestiniert dafür ist, um einen Staubsauger anzuschließen.

Unterhalb jedes Schalters/Tasters gehört eine Steckdose! Das würden wir beim nächsten Haus nicht vergessen zu berücksichtigen.

Inzwischen haben wir uns einen spitzenmäßigen Akkusauger gekauft, um uns darüber nicht mehr ärgern zu müssen oder eine Steckdose nachrüsten zu lassen. Das Teil ist so gut, dass das olle Kabelding kaum noch genutzt wird. Wichtig in diesem Zusammenhang: Ausreichend Steckdosen im HWR vorsehen, damit die ganzen Akkugeräte die man dann auf einmal hat geladen werden können. 🙂

Und noch eine Steckdose an die wir nicht gedacht haben. Das Glasfasermodem benötigt eine Steckdose. Da dieses vom Techniker an der Wand verbaut wurde, wäre eine Steckdose in unmittelbarer Nähe hilfreich. Diese gibt es bei uns nicht, so dass das Modem mittels Verlängerungsleitung an der Steckerleiste im Netzwerkschrank hängt.

Also plant Steckdosen was das Zeug hält und denkt auch im Wohnbereich daran, dass ihr irgendwann vielleicht einmal die Möbel umstellen wollt. Eventuell wären am neuen Ort dann auch Steckdosen sinnvoll.

Insektenschutztür

Zusammen mit dem Haus haben wir bei Roth Massivhaus Insektenschutz bemustert und bestellt. Während die Rahmen vor den Fenstern schon ganz in Ordnung sind, ist unsere Insektenschutztür vor der Terrassentür eine echte Krankheit. Sie quietscht, sie knallt und das Schlimmste, sie dichtet nicht zu 100 Prozent ab. Das ist insbesondere deswegen ärgerlich, da wir in unserer Mietwohnung ein wirklich tolles Exemplar hatten, welches nichtmal teurer war. Noch immer haben wir die Hoffnung, dass ein großer Besuchshund einfach mal durch die Tür marschiert und die Haftpflichtversicherung des Besuchs für eine neue Tür aufkommen muss 😉

Wovon ich inzwischen nur schlechte Dinge gehört habe sind Insektenschutzrollos, die in den Jalousienkästen integriert sind. Teuer und schnell kaputt ist die Rückmeldung von Bauherren, mit denen ich bislang darüber sprach. Gut, dass Roth solchen Insektenschutz nicht im Angebot hatte, denn wir hätten ihn wohl genommen.

Die Treppe

Im Standard unserer Villa Lugana war eine System Bucher Treppe in Buche enthalten. Schon damals taten wir uns schwer einen passenden Farbton zu wählen. Buche Natur gehört für uns in die 90iger, ebenso wie terracottafarbene Polstermöbel. Also mussten wir sehen, dass die Treppe einen ansprechenden Hartwachsüberzug erhält. Unsere Wahl fiel auf Ebenholz. Rein farblich ist die ganze Sache nicht wirklich schlimm, dafür aber die Optik der Oberfläche.

Diese ist einfach nur matt und nicht glänzend wie das Muster. Was laut Hersteller ein Plus an Sicherheit ist, damit man auf Socken nicht unfreiwillige Stunts hinlegt, sieht für uns leider suboptimal aus. Abhilfe schafft klarer Hartwachs, den wir in regelmäßigen Abständen auftragen könn(t)en.Überhaupt würden wir uns inzwischen wohl doch eher für eine Betontreppe entscheiden, die dann gefliest wäre.

Alle Betontreppen, die wir so im Hood gesehen haben, sehen wesentlich ansprechender als unsere System Bucher Treppe aus. Ganz klar unsere Fehlentscheidung zuzüglich einer nicht vorher abzusehenden Differenz zwischen Muster und Realität.

Klinker / Schwalbenabwehr

Nach 18 Monaten im Haus kann man schon ganz gut erkennen, dass die Fassade über die Zeit nicht sauberer geworden ist. Klinker erscheinen uns daher inzwischen als erstrebenswert. Insbesondere weil es in der Nachbarschaft einige sehr gelungene verklinkerte Fassaden gibt. Neben der theorethischen Möglichkeit diese Fassade eventuell einfacher zu reinigen, finden Schwalben an dieser auch keinen Halt, um Nester zu bauen.

Mehrmals im Jahr, insbesondere im Frühsommer suchen sich diese agilen Piepmatze nämlich einen Platz für den Nestbau. Putzfassaden mit hellem Dachüberstand und möglichst drei Seiten, an die sich das Nest aus Speichel und Lehm bauen lässt, sind hierbei besonders beliebt.

Wer den Schwalben lieber nachsieht, als sich um deren Abwehr zu sorgen, streicht entweder seinen Dachüberstand dunkel, lässt die Fassade Klinkern (Verblendsteine sollten auch gehen) oder rüstet seinen Dachkasten gleich mit Schwalbenabwehrspikes aus.

Gerade bei Stadtvillen lässt sich das in der Bauphase recht einfach und kostengünstig machen. Später muss man dann rund 1.000€ investieren, um dies von Handwerkern erledigen zu lassen oder sich selbst in luftige Höhe begeben, um in 6 bis 7 Metern für die Befestigung der Spikes zu sorgen. Da macht sich das Herumturnen auf dem Baugerüst doch um Einiges leichter.

Blitzschutz

Wir haben für rund 300€ Blitzschutzfahnen vorsehen lassen. Diese enden jedoch knapp über dem Boden und sind so nicht ganz so hilfreich, wenn es blitzt und donnert. Das war uns von Anfang an bewusst. Auch hier hätten wir direkt in der Bauphase für die Realisierung einer Blitzschutzanlage sorgen müssen. Günstiger bekommt man es später nicht hin.

Doch wie es scheint sind wir nicht die Einzigen, die hieran nicht gedacht haben. Genau ein Haus im Rousseau Park (auch von Bau-GmbH Roth gebaut) hat eine vollständige Blitzschutzanlage.

Der Kamin

Hier hat sich unsere Meinung innerhalb von 18 Monaten zwei mal gedreht. Zuerst fanden wir ihn toll, dann erachteten wir den finanziellen und abstimmungstechnischen Aufwand für nicht mehr gerechtfertigt, um den Kamin dann inzwischen doch wieder ganz toll zu finden.

Im ersten Winter, direkt nach dem Einzug war es nämlich einfach toll zusammen auf der Couch dem Feuer im Kaminofen zuzusehen und dem Knistern und Knacken zu lauschen. Relativ schnell stellte sich dann aber heraus, dass auch ein absichtlich sehr klein dimensionierter Kamin sich dann doch durch eine erstaunliche Wärmeentwicklung auszeichet.
So kuschelig ein Kaminabend auch sein kann, bei knapp 30 Grad hört der Spaß dann langsam auf. Mein Kalkül, dass die Lüftungsanlage die Wärme dann schon im Haus verteilen würde, ging leider nicht voll auf, so dass die Fenster aufgerissen werden mussten, um noch halbwegs Luft zu bekommen.

Solange draussen keine Minusgrade herrschen, kann man die KWL zwar in den Partymodus versetzen, was die Lüfter auf Höchstleistung arbeiten lässt, so den Kreuzwärmetauscher maximal befeuert und über die Lüftung auch die Räume mittelbar über die Abwärme des Kamins beheizt. Der Effekt ist jedoch nicht so groß, dass man diesen massiv spüren würde, auch wenn man ihn messtechnisch belegen kann.

Schwierig wird es allerdings, wenn draussen Minusgrade herrschen. Unterschreitet die Außentemperatur einen bestimmten Wert (bei uns zuerst -5 nun -10 Grad) geht die Lüftungsanlage in den Pulsmodus. Hierbei wird durch getrenntes Betreiben der Lüfter dafür Sorge getragen, dass der Wärmetauscher nicht einfriert. Das ruft allerdings dann, wenn der Kamin in Betrieb ist den Unterdruckwächter auf den Plan und trennt die KWL gnadenlos vom Strom. Vorbei ist es mit der Wärmeumverteilung im Haus.

Inzwischen ist die Aussicht auf Kaminabende im kalten Nächten jedoch einer der schönsten Apsekte des nun langsam wieder näher rückenden Winters. Außerdem habe ich nun gelernt, dass man auch kleine Feuer machen kann, die zwar nett anzusehen sind, aber keine massiven Schweißausbrüche nach sich ziehen.

Ein Kamin kostet in jedem Fall ordentlich Geld und Platz, deswegen sollte man sich wirklich sicher sein, dass man so ein Ding haben möchte und nicht ohne kann. Wir würden den Kamin im nächsten Haus mit einem Außenschornstein planen, so dass der Kamin an einer Außenwand Platz finden kann. Schon verliert man weniger Platz und ist bei der Einteilung der Wohnfläche wesentlich freier.

Größenwahn

Erstmal im Haus angekommen, dürfte es dann doch an allen Ecken und Enden gerne größer sein. Kämen wir in die Situation noch einmal zu bauen, würden wir es eigentlich gerne etwas größer angehen. Wohlwissend, dass schon unser derzeitiges Haus für uns überdimensioniert ist.

Sollten sich aber irgendwann in der Zukunft doch alle Bundesbürger dazu entscheiden einen Euro auf unser Konto zu überweisen, würden dann das Haus und wohl auch das Grundstück ein wenig größer ausfallen, vorausgesetzt wir fänden ordentliches Personal für die Reinigung des Hauses und Pflege des Gartens. 😉

Fehler, die man auch noch machen kann

Fehler/Versäumnisse die wir nicht gemacht haben, die aber anderen Bauherren auf die Füße gefallen sind:

Strukturierte Verkabelung

Ich hätte es nicht gedacht, aber es gibt tatsächlich noch immer Baufirmen/Elektriker, die für ein Einfamilienhaus keine oder genau eine Netzwerkleitung vorsehen. Sicher benötigt man dank immer leistungsfähigerer WLAN- Standards und immer ausgereifteren Produkten nicht zwingend in jedem Raum eine Netzwerkdose und kommt gut mit WLAN klar. Wie man allerdings einem Bauherren guten Gewissens für einen Zweigeschosser genau eine Netzwerkleitung im Dachboden verkaufen kann, um dort einen WLAN Access Point zu betreiben, der natürlich nicht bis ins EG strahlt, ist mir schleierhaft.
Keine einzige Netzwerkleitung vorzusehen und darauf zu vertrauen, dass die FritzBox o.ä. das ganze Haus und den Garten abdecken wird, ist auch bei den kleineren Grundsrücken und Häusern im Rousseau Park eher ausgeschlossen.

Außenwasseranschluss

Ehrlich gesagt hätten wir diesen Fehler gemacht, wenn nicht unser Sanitärmeister während der Bauphase beiläufig in einem Gespräch darauf hingewiesen hätte. Wenn der Außenwasseranschluss nicht nur zum Füllen der Gießkanne genutzt werden soll und man später die Gartenbewässerung darüber betreiben will, benötigt man zwingend einen entsprechend groß dimensionierten Außenwasseranschluss, Verrohrung und Zähler. Oft, so auch bei Bau-GmbH Roth, sind nur 1/2 Zoll Anschlüsse vorgesehen. Diese begrenzen den Wasserdruck so stark, dass die Realisierung einer Beregnungsanlage zur Materialschlacht und entsprechend teuer wird. Weniger Druck bedeutet mehr Bewässerungskreise und somit ordentlichen Mehraufwand. 3/4 Zoll muss es sein, dann sind Probleme mit dem Wasserdruck für die Gartenbewässerung eher unwahrscheinlich. Wer ohnehin einen Brunnen plant und damit leben kann, dass Eisen und Mangan den Düsen der Beregnungsanlage das Leben schwer machen, muss sich darum natürlich keine Sorgen machen, hat dann aber auch schon an anderer Stelle ordentlich investiert.

Schlusswort

Es hat viel Spaß gemacht rund 200 Beiträge mit ca. 400.000 Aufrufen für bislang rund 150.000 Leser geschrieben zu haben. Hätte jeder einen Euro dagelassen, wäre die Planung für das nächste Haus bereits im Gange 🙂 🙂 🙂

Ich möchte allen Besuchern und insbesondere den Powerkommentatoren für das in der Regel positive Feedback danken. Ohne Feedback macht ein Blog nur halb soviel Spaß.

Doch seit dem Start dieses Blogs ist nicht nur unser Haus entstanden. Zusätzliche Aufgaben, wie Gartenarbeit bereichern nun unser Leben. Auch beruflich hat sich einiges geändert. Das ist der Hauptgrund weswegen es hier in den letzten Monaten so wenig zu lesen gab, obwohl es Material für zig Beiträge gibt und diese teils sogar schon in Teilen vorbereitet sind. Es mangelt einfach an Zeit, um diesen Blog mit angemessener Qualität zu füttern. Auch die gestzlichen Randbedingungen machen es schwerer einen Blog zu führen. Möchte man das einigermaßen rechtssicher tun, muss man weitere Zeit investieren.
Zeit, die mir inzwischen einfach fehlt. Aus diesem Grund werde ich heute auch die Email Adressen sämtlicher Abonnenten des Newsletters löschen. Vielen Dank für euer erwiesenes Interesse.

Sollte es von euch Fragen zum Bau und Leben im Rosseau Park, unseren Erfahrungen mit Bau-GmbH Roth oder einem der anderen Themen geben, die ich hier in den vergangenen Monaten versuchte zu beleuchten, schreibt mir gerne einen Kommentar oder sendet eine Email, ich bemühe mich zeitnah zu antworten und eure Frage aus meiner Sicht zu beantworten.

Euch viel Erfolg bei eurem eigenen Projekt!

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