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Badplanung in Virtual Reality. Das Villeroy & Boch VR Cardboard

Plan vom Bad

So in etwa (abzüglich der Wandfarbe und zuzüglich einiger Extravagantheiten mit Dekorfliesen) soll unser Bad später einmal aussehen.

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Wahrscheinlich beschäftigt das Thema Bad so ziemlich jede Familie, die sich in den Kopf gesetzt hat, ein Haus zu bauen, in ganz besonderem Maße. Bei uns war und ist das auf jeden Fall so. Entsprechend haben wir versucht Tools zu entdecken, die uns die Entscheidungsfindung erleichtern. Der Villeroy & Boch Online Badplaner hat das Zeug dazu eine Hilfe zu sein und kann nun sogar VR (Virtuelle Realität) und das ohne teure Gerätschaften. Badplanung in Virtual Reality, das musste dann doch nochmal getestet werden.

Online Badplaner von Villeroy & Boch? Da war doch was….

Stimmt, bereits Mitte November habe ich über den Online Badplaner berichtet, erkannte Potential, aber auch viele Limitationen.

In der Folge kam nun Villeroy & Boch auf mich zu und lud mich ein, dem Tool eine weitere Chance zu geben, den Villeroy & Boch Online Badplaner erneut auszuprobieren und über meine Erfahrungen zu berichten. Das tue ich hiermit gerne.

Eines sei vorweggenommen: An den Unzulänglichkeiten, an denen der Online Badplaner bereits früher im Jahr und Mitte November krankte, hat sich kaum etwas geändert. Mit dem VR Cardboard einen virtuellen Ausflug ins Bad zu unternehmen, ist dann aber irgendwie doch ganz cool und durchaus zu empfehlen.

Im Folgenden gehe ich nun nicht mehr bis ins letzte Detail auf die komplette Planung ein, das habe ich schon in meinem Test des Villeroy & Boch Online Badplaner getan. Hier nur die Dinge, die ich anders gemacht habe, um zu meinem Ziel zu kommen, das da lautet;

Ein Bad mit einer ordentlichen T-Wand, an der man auch Fliesenspiegel unterschiedlicher Höhe platzieren kann.

Wen das nicht interessiert, der möge direkt zum allgemeinen VR Cardboard Teil springen

Planung die Dritte

Die in vier Schritte aufgeteilte Planung beginnt mir dem Punkt Start und der Modellierung des Raumes.

Bereits von meinen ersten Versuchen wusste ich, dass ich mit den Standardraumformen nicht hinkommen würde. Also wählte ich nach dem Aufruf des Badplaners unter https://badplaner.villeroy-boch.de direkt die letzte Option: Freier Raum

Startet man mit einem freien Raum, findet man sich auf einer leeren Arbeitsfläche wieder.

Ich landete auf einer leeren Arbeitsfläche und durfte nun durch das Ziehen an dem roten Punkt die Wände des zu planenden Raumes aufstellen. Ziemlich intuitiv gelöst und kinderleicht. Hat man sich vertan, kann man einfach den letzten Punkt löschen. Ist man mit dem Punkt wieder an der Ausgangsposition angelangt, ist der Raum fertig, gelangt man zu Schritt 2, der sich Raum nennt.

Hier darf an den Wandlängen feintunen, die Wandhöhe bestimmen und ggf. die Wandstärke anpassen. Letzteres war für mich wichtig, da ich sonst eine über 40 cm dicke T-Wand herausbekommen hätte.

Die Wände sind fertig, nur die T-Wand war wieder schwer zu modellieren und ist unten dicker als in der Realität, dafür am Steg dünner.

Fenster, Türen und die T-Wand

Über einen Klick auf den nun mit Ausstattung bezeichneten Menüpunkt (zum Zeitpunkt des Screenshots hieß er noch Objekte, anscheinend wird ordentlich am Produkt gearbeitet) erhält man die Möglichkeit Türen, Fenster, Vorwände, Heizungen und was sonst noch alles das Bad definiert, zu platzieren.

Aufgrund der von mir nachträglich auf 10 cm ausgedünnten Wände musste ich dann auch Fenster und Tür dünner machen, als vorgesehen. Das gelingt einfach durch Auswahl des gewählten Objektes und einen Klick auf das Bleistift-Icon. Hier hat man auch die Möglichkeit den Anschlag von Türen und Fenstern anzupassen.

Über die Piktogramme rechts oben auf dem Bildschirm lässt sich zwischen 2D-Ansicht, 3D-Visualisierung und Drahtgittermodell umschalten. Bei gedrückter Maustaste im 3D-Modus kann man den Raum am Mittelpunkt fixiert drehen. Mit dem Scrollrad der Maus oder der entsprechenden Geste auf dem Touchpad oder Touchscreen zoomt man in den Raum oder wieder heraus. Auch in der 3D-Sicht kann man Objekte frei mit der Maus verschieben, was gerne auch mal ungewollt passieren kann.

Nun, da ich unsere T-Wand aus vollwertigen Wänden zusammengeklickt hatte, gelang es mir auch unterschiedlich hohe Fliesenspiegel zu definieren. Hier führt wieder einmal ein Klick auf den Bleistift, nach Auswahl des Objektes, zur Möglichkeit die Höhe des Fliesenspiegels anzupassen.

Anpassung der einzelnen Objekte gelingt über die Auswahl des Objektes und einen Klick auf den Bleistift.

Damit lag die Onlineplanung dann schonmal wesentlich näher an der späteren Realität als zuletzt, als ich noch Vorwände nutzte, um die T-Wand herauszuarbeiten.

Merke also: Hast du eine T-Wand, wähle einen Freien Raum!

Farben und Fliesen

Keine Überraschungen erlebte ich beim letzten Teil des ersten Planungsschrittes namens Farben.

Noch immer ist die Auswahl an Fliesen und Wandfarben mehr als dürftig, dabei hat Villeroy & Boch ein riesiges Repertoire an Fliesen im Angebot . Es müsste ein leichtes sein, hieraus Texturen für das 3D-Modell erstellen zu lassen. Noch viel einfacher wäre eine größere Auswahl an Wandfarben zu realisieren. Bis auf Strukturputz in Bonbonfarben, sowie Weiß und Grau ist hier noch immer nichts zu holen.

Dennoch klickte ich mich fleißig durch und schaffte es näherungsweise die Gestaltung unseres Bades nachzubilden. Fisimatenten wie Nischen und Beleuchtung bekommt man leider nicht hingezaubert. Wahrscheinlich würde das aber auch die Komplexität des Online Badplaners stark erhöhen. Das will man ja nun auch wieder nicht.

Die Fliesenspiegel nun mit unterschiedlichen Höhen, aber noch immer irgendwie merkwürdigen Farben.

Einrichten

Der für Villeroy & Boch sicher wichtigste Punkt und auch Treiber den Online Badplaner überhaupt ins Leben zu rufen ist Schritt 3, Einrichten.

Hier darf man sich nun aus dem üppigen Villeroy & Boch Produktkatalog zusammensuchen, was das Herz begehrt. Die Aktualität ist groß, denn auch die ziemlich neue Kollektion Finion ist hierin zu finden. Schade, dass es die noch nicht gab, als wir unsere Objekte bestellten!

Aber auch ein Großteil der von uns gewählten Sanitärobjekte kommt von V&B, so dass das Bad schnell eingerichtet war.

Man wählt die passende Kollektion und erhält dann das gesamte Sortiment dieser Serie im Objektbaum auf der linken Seite. Hübsch sortiert nach Typus findet man vom Toilettenbecken bis zum Schrank (fast) alle Elemente der ausgewählten Kollektion. Man selektiert das Objekt und platziert es im Raum, da wo man es hinhaben möchte. Hat man sich nicht nur aus einer Serie bedient, kann man erneut den Punkt Kollektionen wählen und sich aus einer anderen Serie bedienen.

Wirklich sehr gut gemacht und echt einfach!

Ohne Probleme klappte nun auch das Hinzufügen von unseren Badobjekten.

Im Handumdrehen war das Bad gestaltet. Wo ich zuletzt noch Halt machte und behauptete die Planung ließe nicht speichern, klickte ich dann auf den vierten und letzten Punkt: Fertig

Und es wird doch gespeichert!

In einer Übersicht erhält man nun eine Liste der gewählten Artikel und Raumobjekte. Potentiell eine gute Einkaufsliste, wenn man sich denn ausschließlich auf Villeroy & Boch verlassen möchte. Einen Seitenhieb auf die dürftige Fliesenauswahl kann ich mir an dieser Stelle wieder einmal nicht sparen, da einem eben diese hier noch einmal präsentiert wird.

Mit Planung abschließen erhält man dann die Möglichkeit auf der folgenden Seite die eigene Planung per E-Mail zugesandt zu bekommen. Was so explizit nicht beschrieben wird ist, dass die eigene Badplanung anschließend auch jederzeit wieder aufrufbar ist. Selbst verändern lässt sich die Planung anschließend noch. Hierzu genügt die Angabe des Namens und der E-Mail Adresse.

Möchte man allerdings auch in den Genuss des eigentlichen Highlights der Badplanung mit dem V&B Online Badplaner gelangen, kommt man nicht um den Klick auf das untere Kästchen herum. Hierfür erhält man dann das VR Cardboard gratis zugesandt.

Dieses Formular trennt mich zwischen gespeicherter Badplanung und der Zusendung eines VR Cardboard.

Gespeicherte Badplanung

Das von Villeroy & Boch, VR Cardboard genannte, bereits 2014 von Google auf der I/O als Google Cardboard vorgestellte und mit Linsen ausgestattete Pappschächtelchen ermöglicht es für einen schmalen Taler und mit einem Smartphone ausgestattet in virtuelle Realitäten abzutauchen. Während Google selbst keine Cardboards verkauft, gibt es auf Amazon und eBay Cardboards in allen Preislagen, inzwischen sogar als HighEnd Variante aus Kunststoff. Allen gemein ist, dass man dafür bezahlen muss.

Die V&B Variante bekommt man hingegen gratis, aber nicht kostenlos, denn man zahlt wie oben beschrieben mit seinen Kontaktdaten, die das Unternehmen zukünftig zur Bewerbung von Produkten mittels Newsletter, Umfragen und personalisierten Angeboten verwenden darf. Dass ein gewinnorientiertes Unternehmen nichts zu verschenken hat, auch keine Pappschachtel, dürfte uns Bauherren hinlänglich bekannt sein.

Also geschwind das Häkchen gesetzt und die Adresse eingetragen und auf Planung zusenden geklickt. Den Bestätigungslink in der E-Mail geklickt und wenige Minuten später erhält man eine E-Mail mit der soeben erstellten Badplanung. Diese ist ohne Zugangsdaten direkt über den URL aufrufbar, so dass man damit auch gleich Familie und Freunde beeindrucken kann.

Wenn man das möchte, sendet V&B die Planung auch einen Fachhändler, der einen dann vertrauensvoll bei der Umsetzung in der Realität betreut.

Der Postzusteller war da

Eine Woche nach Fertigstellung der Planung, fand ich dann gestern auch das VR Cardboard in unserem Briefkasten.

Also aufgerissen den Umschlag und schon mal das Umzugskartonfalten geübt. Ganz ähnlich gestaltete sich nämlich das Fertigstellen der VR-Brillen-Pappe.
Keine Minute später war die Sehhilfe für die virtuelle Realität aufgeklappt und bereit für den ersten Ausflug.

Passende App? Fehlanzeige!

Leider findet sich in den Appstores keine passende App für den Online Badplaner. Also musste der Link zu meiner Badplanung und der Browser im Smartphone herhalten, was einen Nachteil mit sich bringt, wie ich kurz darauf feststellen durfte.

Nach dem Klick auf den Link in der E-Mail von Villeroy und Boch landet man in dieser Auswahl.

 

Da ich nun ja unbedingt das Cardboard ausprobieren wollte, ließ ich Bilder, Planung und QR-Code links liegen und widmete mich sofort der 3D-Ansicht. Nun noch auf Enter VR getippt, muss nur noch das Handy in das VR Cardboard bugsiert werden.

 

Hat man kein Cardboard zur Hand, sieht man nur ein Doppelbild. Es soll Menschen geben, die hier bereits durch Schielen einen 3D-Eindruck bekommen. Probiert es gerne aus. 🙂

Achtung! Smartphones tendieren gerne mal dazu an der Seite des VR Cardboard  herauszurutschen, weswegen man seiner Begeisterung nicht durch wildes Kopfschütteln Ausdruck verleihen sollte.

Zur Sicherheit kann man natürlich die Seiten des Pappkameraden mit Klebestreifen abdichten.

Badplanung in Virtual Reality

Nun aber an die Augen gehalten das Teil!

Immer wieder faszinierend wie man mit einfachen Mitteln in eine andere Welt eintauchen kann. Der Online Badplaner und das VR Cardboard schaffen das recht gut. Nach wenigen Sekunden haben sich die Augen darauf eingestellt, dass wir nicht in eine Pappschachtel sehen, sondern in einen Raum. Nur durch das Drehen des Kopfes wechselt man die Perspektive und hat so einen Eindruck von der Wirkung des Raumes.

Wenn nicht just in diesem Moment das Handy meinen würde Akku sparen zu wollen. Das Display dimmt sicher herunter und wenige Sekunden später geht es aus. Also wieder das Handy rausgepult, sämtliche Akkuschontechniken deaktiviert und es wieder in die Pappe gesteckt. Der Preis dafür, dass keine spezielle App genutzt wird, sondern der Browser herhalten muss.

Es macht schon Spaß sich die Sache in aller Ruhe anzusehen. Allerdings kommt recht schnell der Wunsch auf sich im Bad fortzubewegen. Leider ist genau das mit Cardboard nicht möglich. Damit bleiben einem tiefere Einblicke in die Planung verwehrt.

In unserem Fall bedeutet das, dass wir also festgenagelt vor unserer T-Wand stehen und uns Fenster, Tür, Badewanne und Waschtisch ansehen können. Nicht schlecht für den Anfang und einem geschenkten Gaul…….

Fazit

Der Villeroy & Boch Online Badplaner und insbesondere das V&B VR Cardboard ist ein kostenloses, leicht zu erlernendes und bedienendes Tool, um Badobjekte von eben jenem Unternehmen im Grundriss des eigenen Bades zu visualisieren. Ein Internetzugang und ein aktueller Webbrowser oder ein Tablet bzw. Smartphone genügen, um in die Badplanung einzusteigen.

Im Zusammenspiel mit dem VR Cardboard macht die ganze Sache sogar noch Spaß. Hat man keine T-Wand im Bad geplant kann man damit dann sogar das gesamte Bad betrachten.

Was noch fehlt ist einerseits eine App, die dafür Sorge trägt, dass man eben nicht an den Energieeinstellungen seines Smartphones schrauben muss, um sich länger als 30 Sekunden im Bad umzusehen. Das ist sicher nur eine Frage der Zeit, denn an dem Badplaner wird anscheinend fleißig gewerkelt, wie ich anhand der Umbenennung einiger Menüpunkte erkennen konnte. Wenn hier in Zukunft auch noch Energie in Richtung Content, spricht Fliesen, Farben und Deko gesteckt würde, wäre das Tool eine sehr gute Alternative zu den kostenpflichtigen 3D-Planungsterminen im Sanitär- und Fliesenfachhandel.

Die Möglichkeit sich im Raum frei zu bewegen ist schon eine andere Hausnummer und würde aufwendigere Hardware für das VR-Erlebnis erfordern. Das ist noch längst nicht bei allen Haushalten angelangt und damit sicher nicht interessant genug für Villeroy & Boch. Die Reise geht jedoch in diese Richtung, soviel dürfte wohl sicher sein.

Und wer ein weiteres Argument zum Testen braucht: Bis zum Ende des Jahres wird einem das Ausprobieren des Villeroy & Boch VR Cardboard sogar mit der Chance auf den Gewinn des eigenen Traumbades vergoldet.

Beifang: Der Villeroy & Boch AR Catalog

Auf meiner Suche nach der passenden App zum VR Cardboard fand ich den Villeroy & Boch AR Catalog. Hiermit lassen sich nach dem Ausdrucken und Platzieren eines Markers im Raum, die Badobjekte von Villeroy & Boch auch im eigenen Rohbau visualisieren. Ebenfalls kostenlos, leicht zu bedienen und einen Versuch wert.

Villeroy & Boch AR Catalog (kostenlos)

 

 

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